Wenn Pfarrer verhindert sind oder im Urlaub weilen, übernehmen Prädikanten den Sonntagsgottesdienst. 22 sind es im Kirchenkreis Heidenheim: elf Frauen und elf Männer. Ihr Dienst ist ehrenamtlich und fordernd zugleich, wie jetzt beim Prädikantensonntag deutlich wurde.

14 der 22 Prädikanten feierten im Landkreis an diesem Tag zusammen mit dem örtlichen Gemeindepfarrer Gottesdienst. Zu den dienstältesten Prädikanten zählt die Itzelberger Religionspädagogin Monika Ramsayer, die seit vielen Jahren auch dem Landesprädikantenrat angehört und zusammen mit Gussenstadts Pfarrer Hans-Ulrich Bosch sowohl in der Gerstetter Nikolauskirche wie auch in der Gussenstadter Michaelskirche Gottesdienst feierte. Dabei würdigte Bosch diesen Dienst der ehrenamtlichen Prediger.

Der jeweilige Geistliche übernahm am Prädikantensonntag die Liturgie, der Prädikant die Predigt. Weil diese Laien Vertretungsdienst leisten, treffen sie sonst eher selten mit jenen zusammen, die vertreten werden müssen. Vor einigen Jahren wurde deswegen im Kirchenkreis diese Feier eingeführt.

Prädikanten sind quasi Wanderprediger, die viel herumkommen und die es in den verschiedenen Landeskirchen gibt. Eineinhalb bis zwei Jahre dauert die Grundausbildung zum Prädikanten. Mehr als 860 Prädikanten gibt es derzeit in der Württembergischen Landeskirche.

Im Kirchenbezirk Heidenheim hielten die Prädikanten im vorigen Jahr 254 Gottesdienste. Ein Tauf- und zwölf Abendmahlsgottesdienste vervollständigen die Bilanz. Außerdem stehen in der Bilanz noch Kurzgottesdienste in Alten- und Pflegeheimen. Wegen der Covid-19-Pandemie gehen in diesem Jahr, nachdem über Monate hinweg keine Gottesdienste möglich waren, die Zahlen ziemlich nach unten, vermutet Dagmar Rau, die im evangelischen Dekanat Heidenheim jedes Quartal die Dienstpläne für die Prädikanten aufstellt.