Der Nikolaus musste diesmal nicht im tiefen Schnee zwischen Gerstetten und Gussenstadt auf die insgesamt sechs Dampfzüge warten, die die Ulmer Eisenbahnfreunde auf die Nebenbahn geschickt hatten. Wochen vorher waren diese Nikolausfahrten ausverkauft. Dass letztlich doch nicht alle Plätze besetzt waren, war wohl Corona oder der Erkältungswelle geschuldet.

Dazu kam am Sonntag wirklich so starker Nebel, dass der Nikolaus den auf freier Strecke wartenden Zug der Lokalbahn schier nicht gefunden hat. Kleine und große, junge und alte Leute jedenfalls kamen in Massen. Im wahrsten Wortsinne haben sie das Leben in vollen Zügen genossen und dank so mancher Schippe Kohle für die Dampflokomotive auch nicht gefroren.

Einkehr im Lokschuppen

Zunächst oder hinterher kehrten die Fahrgäste im beheizten Lokschuppen in Gerstetten ein, während draußen die Dampflok der Baureihe 75 „restauriert“ wurde: So nennt man das, wenn der Aschekasten gelehrt, der Wasservorrat mittels Feuerwehrschlauch aufgefüllt werden muss.

Diesmal verkehrten die Züge mit sechs Plattform- und einem Gepäckwagen zwischen Gerstetten und Stubersheim. In Schalkstetten war eine halbstündige Glühweinpause anberaumt. Unterwegs schaute der Nikolaus samt furchterregendem Knecht Ruprecht nach den lieben Kinderlein. Etliche hatten Bildlein gemalt, sagten zaghaft ein Gedichtle auf oder stimmten ein Liedlein an. Und dann dankten sie für die Geschenke der beiden Besucher.

Für die Lokalbahn ist damit nun Saison-Ende und es beginnen die üblichen Winterarbeiten am Fuhrpark und an der Bahnstrecke zwischen Gerstetten und Amstetten.