Neben vielen negativen Nachrichten und Stellungnahmen in Leserbriefen der letzten Zeit soll hier auch einmal ein Lob ausgesprochen werden. Was die Gemeinde Gerstetten vorhat und andere Gemeinden bereits verwirklicht haben, ist voll und ganz zu begrüßen.

In Zeiten, in denen täglich viele Hektar Fläche dauerhaft versiegelt werden, ist es höchste Zeit, dass unsere Städte und Gemeinden nicht ins Unendliche wachsen.

Gerade jetzt, wo Baugeld zu Niedrigzinsen zu haben ist, wird der Wunsch nach einem Eigenheim groß. Aus der Ungewissheit, wohin sich die Weltwirtschaft nach der Pandemie hin entwickelt, birgt eigener Grund und Boden ein Gefühl von Sicherheit.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Zahl der Bewerber um einen Bauplatz um ein Vielfaches höher ist, als es Grundstücke gibt.

Es ist sehr zu begrüßen, wenn zunächst einmal Familien mit Kindern einen gewissen Vorzug bei der Vergabe erhalten. Doch was noch wesentlich mehr zählt, dass das soziale Engagement mitberücksichtigt werden soll. Wer sich in seiner Freizeit bei der Feuerwehr, dem Roten Kreuz, bei der örtlichen Kirchengemeinde und nicht zuletzt in einem der vielen Vereine und sonstigen Organisationen einbringt, soll einen gewissen Bonus erhalten.

Gerade in Zeiten, in denen die persönliche Verwirklichung weit oben steht, sind Leute gefragt, die sich aktiv in der Öffentlichkeit einbringen. Gut ist aber auch, dass daraus kein Rechtsanspruch abgeleitet werden soll. Wer einen Bauplatz auf dem Gerichtsweg erzwingen will, denkt in der Regel eh nicht an seine Mitmenschen.

Es wäre schön, wenn das angesprochene Beispiel in allen Gemeinden Schule machen würde. Ehrenamtlicher Einsatz wird so endlich auch einmal belohnt.

Reiner Mutschler, Gussenstadt