Heuchlingen / HZ Leserbrief zur geplanten Event-Alm in Heuchlingen.

Ich erkläre, dass ich mich über das Gastronomieprojekt einer Event-Alm mit Großküche auf Heuchlinger Markung freuen würde. Allerdings muss zwischen dem Projekt selbst und dem vorgesehenen, ganz und gar unmöglichen, Standort zwischen unserem Sportgelände und der Straße nach Altheim unterscheiden werden. Aufgrund der Bürgerinitiative und den bekannt gewordenen Erkenntnissen, ist sicher nicht mehr mit der Zustimmung des Ortschaftsrates und der Vorstandschaft des RSV Heuchlingen zum Standort beim Sportplatz zu rechnen. Auf unserer Markung sind weit bessere Standorte denkbar, welche vor allem die Einwohner kaum belasten und auch und auch nicht so besondere Risiken bergen wie der vorgesehene Standort.

Dort beim Sportplatz ist der Ausblick begrenzt. Vom Hungerbrunnental ist überhaupt nichts zu sehen. Direkt neben der L 1164 würde die zu erwartende Verkehrsbelastung an Heuchlingen vorbei fließen, was auch einer besseren Betriebswirtschaftlichkeit gleich kommt. Bei einem der möglichen Standorte, nahe Heuchlingen, öffnet sich nicht nur ein weiter Ausblick in die schöne Landschaft. An manchen Tagen geht der Blick bis in die Alpen.

Lieber Unternehmer aus Dettingen, was könnte das Projekt besser aufwerten? Nach dem Bau unseres Clubhauses und dem Sportplatz in den 80er Jahren wollte der RSV auf dem heutigen Acker einen Ausweichsportplatz bauen lassen. Bei einem Vororttermin mit dem damaligen Bürgermeister wurde vom Ortsbaumeister unserem Vorstand erklärt, dass mit Belastungen aus dem Untergrund zu rechnen sei, die den Bau einer Sportanlage ausschließen. Deshalb ist das Gelände heute noch ein Acker. Und das wird er besser weiterhin bleiben. Nur etwa 250 Meter entfernt beginnt dort das Heiligenholz. Eine besonders schützenswerte Landschaft. Ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet. Das Bundesamt für Naturschutz schreibt dazu unter FFV-Verträglichkeitsprüfung: „(...) grundsätzlich ist es dabei nicht relevant, ob der Plan oder das Projekt direkt Flächen innerhalb Natura-2000-Gebietes in Anspruch nimmt oder von außen auf das Gebiet einwirkt.“ Sind das Gründe genug, sich einem anderen Standort zuzuwenden? An Spieltagen reichen jetzt schon die Anzahl der Parkplätze, beim Clubhaus und auf der unterhalb anschließenden Wiese nicht aus. Zudem sei die Frage erlaubt, wie würde das Sportgelände an spielfreien Wochenenden oder Wochentagen aussehen? Es muss mit 250 bis 300 Gästen bei der Event-Alm gerechnet werden.

Vergessen wir das Wörtchen „nur“. Wer viele Millionen Euro investiert, der muss auch einen entsprechenden Umsatz haben. Das gönnen wir dem Unternehmer gern. Denn wir Heuchlinger sind recht gastfreundlich. Unsere Freunde von der Bürgerinitiative haben bereits auf die zu erwartenden Belastungen der Bewohner in der Siedlung hingewiesen. Nicht zu vergessen ist die zusätzliche Verkehrsbelastung der genannten Altheimer Straße. Dieser schließt sich die Dettinger Straße in ganzer Länge an. In der anderen Richtung ist es der Flügel, daran schließt sich die Krähbühlstraße an. Warum sollen diese Anwohner noch mehr Verkehrsbelastung aushalten, wo doch erst mit Millionen Aufwand eine Ortsumfahrung gebaut wurde zur Entlastung der Dettinger Straße und der Oberen Dorfstraße?

Der Presse ist zu entnehmen, das Landwirtschaftsamt habe Einvernehmen signalisiert. Geht’s noch? Man stelle sich die Begegnung von schweren Traktoren mit Pflügen, anderen Ackergeräten und Erntewagen oder gar Mähdrescher vor, die den Lieferfahrzeugen der Alm mit Großküche oder der Masse von Gast-Pkw begegnen. Das kann genauso wenig im Interesse des Unternehmers sein. Selbst wenn der Feldweg ausgebaut würde, wäre es für beide Seiten noch ein großes Hemmnis. Was wird geschehen? Was würde der Ausbau kosten? Wer bezahlt das? Lieber Unternehmer aus dem Nachbarort, sie werden sich wundern, was für eine freundliche und begeisterte Stimmung der Alm entgegenschlägt, wenn sie einen besseren Standort wählen und damit die Bürger und den Ort entlasten.

Gerhard Schlumpberger, Heuchlingen