So schön es ist, über eines der spannendsten Ehrenämter, die das Land zu bieten hat, nämlich den der Prädikantinnen und Prädikanten in der Evangelischen Landeskirche, mal in der Zeitung zu lesen, so sehr will dem Bericht auch an zwei Stellen etwas entgegengehalten werden.

Besondere Fortbildung

Zum einen sind wir nicht, wie die Überschrift das vermitteln könnte, als ausgebildete SeelsorgerInnen im Einsatz. Wir wurden ausgebildet, um in erster Linie Sonntagsgottesdienste in Kirchengemeinden und Einrichtungen der Altenhilfe zu halten, in denen weder Abendmahl noch Taufen oder Trauungen stattfinden. Für das braucht es eine besondere Fortbildung. Es kommt vor, dass Menschen sich durch einen Gottesdienst so berührt fühlen, dass sie das bei der Verabschiedung zum Ausdruck bringen, und die vielfältigen Nöte und Fragen unserer Tage dabei anklingen. Dann nimmt man sich hoffentlich die Zeit, um für die Seelen zu sorgen, zuzuhören und gegebenenfalls weiterzuverweisen.

Bereicherung und Ergänzung

Zum anderen versteht sich das evangelische Prädikantenamt, und so lernt man das in der Ausbildung, ausdrücklich auch als Ergänzung und Bereicherung und nicht nur als Aushilfe.

Bereits vor Jahren wurde absichtlich und gewollt, aus LektorInnen, also (Vor-)leserInnen, PrädikantInnen und damit PredigerInnen. Wir bringen unsere Lebenswirklichkeiten, unsere Berufe mit auf die Kanzeln, und das geerdet und praxisnah. Ich freue mich immer zu hören, dass Menschen zu mir in die Gottesdienste kommen, weil sie verstehen, was ich in meinen Predigten sage, es sie beschenkt, wenn ich komme. Ich sehe mich nicht als Gottesdienst-Aushelferin, sondern bin als (Laien-)predigerin für die Menschen, vor allem auf dem Land da. Cornelia Elke Schray, Dischingen