Im Leitartikel kritisiert der Autor, dass die Politik oft viel zu spät und auch noch schlecht auf krisenhafte Entwicklungen reagiert. Dies ist zwar sachlich richtig. Es wurde aber erst ermöglicht durch die Doppelung dieses Verhaltens seitens der meisten Medien.

Bis Ende 2016 wurden z. B. Politikerreden, die die Notwendigkeit des Kampfes gegen die drohende Klimakatastrophe gar nicht oder nur alibihaft im Halbsatz zur Sprache brachten, genauso in den Medien kommentarlos veröffentlicht.

Von einer Betonung der Wichtigkeit der Sicherung der Lebensgrundlagen (Natur und Umwelt; Nahrungskette; Ressourcen) war nichts zu sehen, im Gegenteil: der ruinöse, fatale Wachstumswahn wurde durch wiederholte Wachstumsforderungen noch unterstützt.

Es gilt, nicht „vor die Welle zu kommen“, sondern durch vernünftige Politik die Welle überhaupt zu vermeiden. Weite Regionen anderer Kontinente sind bereits entvölkert und verwüstet, mit der Konsequenz immer stärkeren Migrationsdrucks.

Wenn die Nahrungskette einmal unterbrochen ist, fast alles vergiftet ist, die Ressourcen durch ständige Konzipierung neuer, oft strahlender Geräte oder Geräteteile aufgebraucht sind, durch jahrzehntelange exzessive Brandrodungen und Dürrebrände irgendwann noch Sauerstoffmangel dazukommt, dann ist es zu spät.

Unverzügliche drastische Rettungsmaßnahmen sind gefragt. „Now is the time!“ (Martin Luther King) / „It’s now or never !“ (Elvis Presley). Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 14. März bietet die Möglichkeit zu einem Ende des „Weiter so!“: „Für die Natur und das Gemeinwohl!“ muss die Forderung sein.

Hans Otto Vogl, Gerstetten