Gussenstadt / Ulrich Bischoff Auf gut 30 Hektar baut die Energiegenossenschaft Gussenstadt die Durchwachsene Silphie an.

Die Durchwachsene Silphie bringt Farbe ins Feld. Das gelbwogende Blütenmeer der Exotin aus Nordamerika erobert zusehends die Flur und hat schon manchen Hobby-Maler zum Pinsel greifen lassen. Neben ihrer Schönheit ist die Silphie eine Energiepflanze und konkurriert erfolgreich gegen den Mais. Sie ist pflegeleichter und braucht dann, wenn sie das erste Jahr nach der Aussaat hinter sich hat, keine Chemie und keinen Dünger mehr. Kühe mögen ihre Stängel nicht, dafür aber Schafe und Ziegen und im ersten Jahr nach ihrer Aussat leider auch die Schnecken.

Ist sie aber erstmals aus dem Gröbsten heraus, samt sie sich Jahr für Jahr „von selbst an“, blüht von Juli bis September und wird zur Dauerkultur. Gut 30 Hektar dieser zwei Meter hoch stehenden Korbblütlerin hat die Energiegenossenschaft Gussenstadt im Rückhalt, dann wenn es darum geht, ihre Biogasanlage beim Häule neben Mais, Gülle und Mist auch mit der Silphie zu füttern.

25 Tonnen an Häcksel fasst einer der vier Transporter, die in der letzten Woche die Waage passierten. Biogas, Strom und Nahwärme produziert die Anlage im Gewann „Häule“. Der vor fünf Jahren aus der Taufe gehobenen Energiegenossenschaft, gehören neben der Gemeinde Gerstetten 20 Landwirte an. Nicht im Nutzungsvertrag stehen die Imker. Ihre Teilnahme ist gratis, versichert Thomas Häcker, einer der Macher der „Gase“. Mit ihrem Honigertrag schlägt die Silphie eine weitere Seite ihrer Wohltaten auf. 150 Kilogramm des süßen Brotaufstrichs produzieren ihre Blüten pro Hektar und Jahr und stillen den Hunger ihrer summenden Untermieter auch dann noch, wenn außerhalb der Silphie-Kulturen nicht mehr viel blüht. Auch den Wildbienen verwehre man den Zutritt nicht, versichern die Landwirte Heinz-Georg Jäger und Karl-Heinz Bosch augenzwinkernd. Der Mais blüht nicht, betonen sie, wenngleich die Migrantin aus Nordamerika den Mais nicht verdrängen werde. Silomais sei für den Landwirt nun mal die Futterpflanze Nummer eins.