Heldenfingen / Ulrich Bischoff Nach 17 Jahren engagierter Arbeit an der Spitze der Kreisbauernschaft gab der Vorsitzende aus Heldenfingen jetzt sein Amt ab.

Zieglers Nachfolge als Vorsitzender des Kreisbauernverbands Ostalb-Heidenheim tritt Landwirt und Hofbesitzer Hubert Kucher (Ellwangen-Schrezheim) an, der zur offiziellen Verabschiedung des Vorgängers seine musizierenden Kinder mitgebracht hatte. Diese entboten „Viva la Vida“, ehe Leitender Kreisverwaltungsdirektor Georg Feth Ziegler die Ehrennadel des Landkreises in Gold verlieh. Christian Ziegler wurde bei einer früheren Veranstaltung bereits durch Landesbauernpräsident Joachim Rukwid die höchste Auszeichnung, die der Landesbauernverband vergeben kann – die „Goldene Ähre“ –, ans Revers geheftet. Der scheidende Kreisbauernchef wurde jetzt auch einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Für Hubert Kucher hat Ziegler die Auszeichnung „mehr als verdient“, habe er doch das bäuerliche Verbandswesen auch dank seiner vielen Ehrenämter über Jahrzehnte hinweg erfolgreich gefördert und geprägt. Ebenso habe der zu Verabschiedende in seinem Beruf Vorbildhaftes geleistet. Nach Lehre und Fremdpraxis habe er 1971 den Meister gemacht und wenig später in Sachen Schweinemast und Schweinezucht eine weitere Meisterprüfung abgelegt. Den elterlichen Hof habe Ziegler 1979 übernommen und ihn später zusammen mit seinem Schwiegersohn mit einer Biogasanlage ergänzt.

Kraft und Ausdauer bescheinigte ihm sein Schrezheimer Kollege auch dann, wenn es um verbandspolitische Aufgaben gegangen sei. Die füllten im Redekonzept Kuchers mehrere Seiten. Eines war für Kucher völlig klar: Ohne Marianne, die Frau an Christian Zieglers Seite, wäre dies alles nicht leistbar gewesen. Hierfür durfte sie seitens des Bauernverbands Blumen entgegennehmen.

Einsatz der Bauern gewürdigt

Gerhard Glaser (Biberach) ist als Vizepräsident des Bauernverbands Baden-Württemberg ein kritischer Beobachter des öffentlichen Meinungsspektrums. Er stellte die Artenvielfalt heraus, die ein Großteil der bäuerlichen Familienbetriebe pflege. Bunt gestaltete Ackerränder und Blühflächen prägten vielerorts das Landschaftsbild. Die Imker, so Glaser, „können mit uns zufrieden sein“, wie überhaupt der beispielhafte Einsatz der Bauern für die Tierwelt zu würdigen sei. Mit Leidenschaft forderte er die Berufskollegen auf, die ihnen anvertraute Schöpfung zu bewahren. Die Höfe gelte es realistisch darzustellen, wobei die Prozessqualität im Vordergrund stehe. Christian Ziegler gab er zu bedenken, dass mindestens die Hälfte der ihm verliehenen „Ähre in Gold“ seiner Frau gehöre.

Ein originelles Abschiedsgeschenk hatte sich Schäfer Herbert Wiedenmann (Herbrechtingen) ausgedacht. Er überreichte Ziegler das Modell eines Schäferkarrens und versicherte ihm, dass er in einem solchen 25 Jahre lang die Nächte bei seiner Herde verbracht habe, „vor allem dann, wenn zu Hause die Kinder gezahnt haben“. Harald Rabausch und Markus Bayer überreichten dem Scheidenden im Namen des Vorstands einen Reisegutschein.

Mit bewegten Worten dankte Ziegler seiner Frau und den vier Töchtern, den vielen Begleitern und Weggenossen, seinen Stellvertretern, besonders Marianne Beißwenger von den Landfrauen sowie der Landwirtschaftsverwaltung, die allein mit vier amtierenden und ehemaligen Landwirtschaftsdirektoren bei der Verabschiedung vertreten war.

Zahlreiche Ämter und Posten bekleidet

Kreisverwaltungsdirektor Georg Feth gab bei der Verabschiedung von Christian Ziegler einen kleinen Einblick in die zahlreichen Ämter und Posten des Kreisbauernverbandsvorsitzenden. Als Elternbeirat, Schöffe, Lehrmeister, Gemeinderat und Mitglied im Kreistag habe Ziegler auch außerhalb der bäuerlichen Welt bleibende Akzente gesetzt. Seine Verdienste um die Landesgartenschau seien unvergessen.