Dettingen / Laura Strahl Zwei Hunde haben bei Dettingen ein Reh zu Tode gehetzt. Jetzt appelliert Anne Schneider von der Kreisjägervereinigung an die Vernunft und Tierliebe von Hundehaltern.

In der Nähe von Dettingen haben zwei freilaufende Hunde ein Reh kürzlich so lange gehetzt, bis es sich in einem Drahtzaun verfing. Daraufhin rissen die als klein beschriebenen Hunde ihrem Opfer tiefe Wunden in Bauch, Schulter und Hinterläufe. Ob das Reh dabei noch lebte, habe man nicht mehr ermitteln können, sagt Anne Schneider, Presseobfrau der Kreisjägervereinigung Heidenheim. Der Vorfall sei aber von Spaziergängern beobachtet worden. Der Jagdpächter hat inzwischen Anzeige erstattet.

Zäune und Tiefschnee als Gefahr

„Ich möchte gegenüber Hundehaltern nicht mit erhobenem Zeigefinger auftreten“, sagt Schneider, die Hundebesitzerin, aber auch Jägerin ist. Das vielfach geäußerte Argument, ein Hund könne ein gesundes Wildtier ja ohnehin nicht „fangen“, will sie aber nicht gelten lassen. Wie in diesem konkreten Fall könnten Zäune zur Gefahr für Reh und Co. werden. Hinzu komme im Winter eine durch Tiefschnee erschwerte Flucht oder mögliche Unfälle beim Überqueren von Straßen.

Vorfälle im Kreis Heidenheim

„Das ist eine Gefahr für Hund und Reh“, sagt Schneider. Sie appelliert deshalb an die Vernunft und Tierliebe von Hundehaltern. Denn: „Solche Vorfälle kommen leider immer wieder vor.“ Etwa ein- bis zweimal pro Jahr würden im Landkreis Angriffe von Hunden auf Wildtiere bekannt, schätzt Schneider, die Dunkelziffer sei aber höher. Und zwar auch deshalb, weil die Spuren für derlei Angriffe meist schon nach wenigen Tagen verschwunden seien, weil sich etwa ein Fuchs über das getötete Tier hergemacht hat.

Mehr Mut gefordert

Fälle wie der bei Dettingen werden oft also nur durch Zufall bzw. Spaziergänger bekannt. Hundehalter hingegen ließen dann vielfach den nötigen Mut vermissen, sagt Schneider. Ihr Rat: Wenn man davon ausgehen muss, dass der eigene Hund ein Tier verletzt hat, müsse man dem Jagdpächter Bescheid geben oder im Zweifelsfall bei der Polizei dessen Namen erfragen. Denn oft seien die Tiere nach dem Angriff durch einen Hund noch nicht tot, sondern nur schwer verletzt. „Haushunde können Wildtiere übel verletzen, lassen sie dann aber liegen“, weiß Schneider. Solches Leid gelte es zu verhindern bzw. wenigstens zu verkürzen.

Frühere Dämmerung, größere Gefahr

„Ich habe für beide Seiten Verständnis“, sagt Schneider. Hunde müsse man auch mal ohne Leine laufen lassen. Aber gerade jetzt, wo die Tage kürzer werden, sei Vorsicht geboten. Wenn es früh dämmert, erklärt Schneider, seien die Wildtiere früher unterwegs. Ein Aufeinandertreffen mit Hundebesitzern ist also wahrscheinlicher als im Sommer, wenn Reh und Co. erst zu späterer Stunde unterwegs sind.