Gussenstadt / Ulrich Bischoff Die Fellbacher Stadtwerke wollen den bestehenden Windpark am Hochsträß bei Gussenstadt erneuern.

Die Stadtwerke Fellbach betreiben auf Gussenstadter Markungsgebiet vier Windkraftanlagen. Die Anlagen gingen 2001 ans Netz. Nach einer Laufzeit von 20 Jahren, so Ortsvorsteher Werner Häcker in der Sitzung des Ortschaftsrates, läuft die vertraglich vereinbarte Betriebsdauer im kommenden Jahr aus. Auch die EEG-Vergütung falle 2021 für die Betreiberin weg. Mit Nabenhöhen von 76 Metern und Rotordurchmessern von 47 Metern zählten die vier Anlagen für Häcker „praktisch zur ersten Generation“.

Wie berichtet, haben die Fellbacher Stadtwerke die Absicht, im Rahmen eines Repowerings zwei Anlagen mit Nabenhöhen von jeweils 166 Metern und Rotordurchmessern von jeweils 136 Metern am Hochsträß zu errichten. Mit Gesamthöhen von 234 Metern überragen die geplanten Anlagen, wie Ingrid Thierer erstaunt feststellte, das Ulmer Münster um „beängstigende 75 Meter“. Ihr Stromertrag liege jedoch beim Dreieihalbfachen der bislang betriebenen Windräder, stellte Werner Häcker fest.

1000 Meter vom Dorf entfernt

Entscheidend für Häcker ist jedoch, dass die geplanten Anlagen im Abstand von tausend Metern zum Dorf errichtet würden, wie er überhaupt die mitunter kritisierten Abstandregelungen für „eine gute Sache“ hielt. Ein Teil der Wertschöpfung müsse jedoch der Gemeinde zugute kommen, meinte er, denn „wir tragen mit ramponierten Feldwegen, Geräuschimmissionen und mitunter auch herabstürzenden Eisbrocken erhebliche Belastungen“.

Für Georg Jäger „will man die Energiewende“. Zugute komme der Gemeinde jetzt, „dass wir vor 20 Jahren im Blick auf die Zukunft großzügig geplant haben“. Auch Jürgen Pfefferle unterstrich mit der einst vorgenommenen Abgrenzung der Vorranggebiete den Vorteil der damaligen Weitsicht.

Das Interesse an der „windigen Sache“ war so groß, dass der Sitzung ebenso viele Zuhörer beiwohnten, wie das Gremium Sitze hat.