Gerstetten / Christine Weinschenk Etwa 10 000 Besucher werden auf dem Flugplatz in Gerstetten erwartet.

Windstill und regnerisch. Das wäre wohl der Supergau fürs Albdrachenfest. Noch lässt sich zum Wetter keine sichere Prognose abgeben, aber die Veranstalter sind zuversichtlich. „Wir haben grundsätzlich gutes Wetter und machen uns gar keine Sorgen“, sagt Jonas Karger vom Flugsportverein (FSV) mit einem Augenzwinkern. „Viel Wind und viel Sonne wären natürlich ideal, aber das Fest findet bei jeder Witterung statt.“ Zumal man in Sachen Drachen breit aufgestellt sei. „Es gibt welche, die brauchen viel Wind und welche, die nur sehr wenig brauchen. Am Himmel wird also auf jeden Fall einiges geboten sein. Und sollte es wirklich stark regnen, ist ein Alternativprogramm im Hangar geplant.“

Zum 24. Mal veranstalten das Albflyer-Team und der Flugsportverein Gerstetten am 21. und 22. September das Albdrachenfest. Erwartet werden wieder rund 10 000 Besucher. Die Veranstaltung auf dem Gerstetter Flugplatz, so betonen die Organisatoren nicht ohne Stolz, ist eines der größten Drachenfeste Süddeutschlands. „Es kommen Gäste aus ganz Deutschland und den Nachbarländern“, so Karger. Und deshalb wird auch heuer wieder einiges geboten sein.

Japanischer Kampfdrachen

Los geht es am Samstag,  21. September, um 15 Uhr mit dem Fledermaus-Massenstart, bei dem etwa 100 Fledermaus-Drachen in den Himmel steigen werden. Anschließend beginnt der erste Durchgang der Rokkaku-Kämpfe. Der Rokkaku ist ein japanischer Kampfdrachen und die Piloten der sechseckigen Fluggeräte versuchen, die gegnerischen Drachen zu Boden zu bringen – egal, ob durch Durchtrennen der Schnüre oder durch Zu-Boden-Drücken. Als weiteres Highlight wird es mit zunehmender Dunkelheit das Ballonglühen geben, bei dem mehrere Ballone mit musikalischer Untermalung fahrfertig aufgerüstet werden. Außerdem steigen Leuchtdrachen in die Luft und es ist eine Feuershow geplant. Mittags folgt der zweite Durchgang der Rokkaku-Kämpfe und anschließend dann die Siegerehrung.

Und wie in jedem Jahr ist Mitmachen äußerst erwünscht. „An beiden Tagen stehen die Bereiche um das Aktionsfeld allen Gästen zur Verfügung“, sagt Karger. „Je mehr mitmachen, desto lustiger wird es. Wir haben eigens Felder vorgesehen, die sich für Einleiner, Lenkdrachen und Buggys eignen.“

Das Team der Albflyer

Die Gründung des Albflyer-Teams Gerstetten reicht ins Jahr 1993 zurück, als eine Gruppe von Leuten zum größten Drachenfest Europas auf die dänische Insel Fanø fahren wollte. Um dort als Team auftreten zu können, wurden ein Name und ein Logo entwickelt.

Man traf sich regelmäßig zum Drachen-Steigenlassen, es bildete sich ein Stammtisch – und es entwickelte sich der Wunsch nach einem Drachenfest. Als man den FSV mit ins Boot holte, wurde 1996 aus dem Wunsch Wirklichkeit. Der Flugsportverein kümmerte sich fortan um die Infrastruktur, die Albflyer um Kontakte zu Drachenfliegern aus aller Herren Länder. Ihre Mission ist es bis heute, Menschen fürs Drachensteigen zu begeistern. Aus diesem Grund wird nicht nur das Albdrachenfest organisiert, es werden auch regelmäßig Baukurse und Workshops im Drachenbau für Groß und Klein angeboten. chw