Gerstetten / Ulrich Bischoff Der Gerstetter Projektchor bot in der Kirche St. Peter und Paulus einen bunten Stilmix.

Gerstetten. Chamäleons können bekanntlich ihre Körperfarbe nicht nur zur Tarnung wechseln, sie kommunizieren mit diesen Leuchtstoffen auch untereinander. In diesem Sinn richtete der Projektchor „Cappella Chamäleon“ in der katholischen Kirche St. Peter und Paulus in Gerstetten sein traditionelles Neujahrskonzert aus und blieb mit seinem musikalischen Stilmix der Wandlungsfähigkeit seines Symboltieres treu. Musikformen aus dem europäischen Kulturkreis und solche aus Afrika und Südamerika begegneten sich und ließen das Konzert zu einem spannenden Erlebnis werden.

Melodien aus Europa und Afrika

Ein stimmbegabtes Ensemble aus 17 Frauen und acht Männern besetzte den Altarraum der Kirche, zu dem Chorleiter Marcus Willfahrt eine siebenköpfige Band ins Boot geholt hatte. Sonia Strobl leitete an der Orgel das Konzert ein, während sich der Chor auf die mehrstimmige Missa Brevis vorbereitete. Mit überzeugender Forte-Kraft und wachem Wohllaut füllten die Sänger das Kirchenschiff und meisterten das lateinische Werk mühelos. Die Sprache der Bantu ließ der Chor, untermalt durch die Trommelwirbel von Werner Kopeczki, lebendig werden. „Tumo Katika Safari“ oder „Virgin Mary“ nisteten sich ebenso wie „Go tell it on the mountain“ in die Ohren der Zuhörer ein. Dafür legten sich Chor und Band mächtig ins Zeug und ließen den populären Song, begleitet von Beate Kniel als Sängerin, Thessa Weyrich (Klavier), Werner Kopeczki (Schlagzeug) und Michael Honold (Bass) zu einem heftig beklatschten Höhepunkt werden.

Dazu gab es Volkslieder aus Tirol und auch Gospels – diese, so Willfahrt, seien nicht nur Songs, sondern auch Botschaften. „Swing low, sweet Chariot“ und das sehnsuchtsvoll vorgetragene „Deep River“ waren Beispiele dafür. Als Willfahrt dann den Taktstock für die „Gospel Mass“ hob, war der Applaus zwischen den Sätzen verboten – Konzentration war gefordert. Vom Kyrie über Glory bis hin zu Sanctus und Lamb of God waren sechs Teile zu meistern, die höchste Ansprüche an Chor und Band stellten.

Beate Kniels geschmeidiger Gesang, Thessa Weyrichs sicherer Anschlag am Klavier und Michael Honolds präzises Saitenspiel legten zusammen mit dem Chor die Grundlage für eine Aufführung, der das Publikum den wohlverdienten Beifall zollte. Überzeugt hatten aber auch Edmond Huhn (Saxophon), Lukas Karle (Trompete), Sarah Berger (Posaune) und Sonia Strobl (Orgel).