Gerstetten / Klaus-Dieter Kirschner Acht Chöre aus der Region haben sich am Samstag im Wettstreit miteinander gemessen. Neben den Noten der Jury ging es auch um die Gunst des Publikums.

Der Sieger aus dem vergangenen Jahr, „Da capo al fine“, hat es diesmal nicht geschafft. Neuer Sieger bei der Olympiade der jungen Chöre im Eugen-Jaekle-Chorverband ist die Formation „Nota bene“ des Gesangvereins Gerstetten, die im kommenden Jahr ihr 20-jähriges Gründungsfest feiern wird. 220 Sänger waren am Samstagabend in Dettingens Lindenhalle aktiv und zeigten den Chorgesang im Wandel.

Jury hörte genau hin

Ob dies auch gebührend bei den Wertungsrichtern anerkannt wird, vermögen alleine diese zu beantworten: Der Musikdirektor der Chorjugend im Schwäbischen Chorverband, Andreas Schulz, stand an der Spitze der Jury, ihm zur Seite Klaus Nürnberger, Akademiereferent Musik an der Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen, und Gerrit Illenberger, Sänger bei Ma’capella und in verschiedenen Bandformationen aktiv.

Vier Stunden währte diese Chorolympiade, bis Musikdirektor Andreas Schulz das Ergebnis lüftete: Maximal 50 Punkte waren für die Chöre drin. Ihr Auftreten, ihr Zusammenspiel mit der Person am Dirigentenpult, die Lösung der musikalischen Aufgabe und manches mehr wurden benotet. Ob dabei auch die leuchtend roten oder gelben Hosenträger, die manche der Männer trugen, zu Minuspunkten führten, wurde nicht deutlich.

Mit viel Jubel gefeiert

Doch nicht bloß die Jury kam zu Wort, sondern auch das Publikum: Und da lagen bei den Sympathiewerten „Voices and Fun“ aus Hermaringen wie schon bei der letzten Chor-Olympiade absolut vorn und wurden als Sieger mit viel Jubel gefeiert.

Noch mehr Applaus verwöhnte die drei Chöre an der Spitze: „Nota bene“ (Gerstetten) mit 43 von 50 Punkten; „Voices and Fun“ (Hermaringen) mit 38 und „musica é“ (Oberkochen) mit 34 von 50 möglichen Punkten).

Einen Riesenapplaus verdiente sich die Chorgemeinschaft Dettingen-Heuchlingen, die sich außer Konkurrenz musikalisch vorstellte und die Zeit des Wartens auf das Ergebnis mit einem fantastischen Auftritt überbrückte. Die Vorsitzende des in diesem Jahr amtlich besiegelten Zusammenschlusses der Gesangvereine Dettingen und Heuchlingen, Sandra Kastler, freute sich, dass ihr noch junger Verein „heute Gastgeber der Chor-Olympiade“ sein durfte. Die vorzügliche Gastgeberrolle bestätigte in Dankesworten auch der Vize-Präsident des Eugen-Jaekle-Chorverbands, Günter Hopfensitz.

Lena Wendnagel präsentierte die teilnehmenden Chöre und deren Musikstücke. „Da capo al fine“ vom Liederkranz Unterschneidheim unter Dirigent Hubert Haf, „Sinfonie Eggenrot“ vom Männergesangverein Eggenrot unter Maria Theresia Trittner, „Klang Pur“ vom Gesangverein Frohsinn Großkuchen unter Elke Segieth, „Nota bene“ unter Kristin Geisler, „Atemlos“ vom Liederkranz Essingen unter Kira Valkema, „musica é“ vom Sängerkranz Oberkochen unter Silke Brand, „Voices and Fun“ des Gesangvereins Hermaringen unter Leitung von Sabine Seidl und „Cantiamo“ des Liederkranzes Unterkochen unter Leitung von Sibylle Matthia.

Youtube Olympiade der jungen Chöre

Zwei fusionierte Gesangvereine

Weil man den Schwund bei den Chören nicht mehr länger mit ansehen wollte, fusionierten im Frühjahr 2019 der 1882 gegründete Gesangverein Dettingen mit der 1900 gegründeten Liederlust Heuchlingen zur Chorgemeinschaft Dettingen-Heuchlingen.

Der gemischte Chor umfasst knapp 50 Sänger und steht unter dem Dirigat von Markus Romes, der in der Raumschaft Ulm eine Anzahl Chöre leitet, sich als Schauspielmusiker einen Namen gemacht hat und außerdem 2009 musikalischer Leiter des Musicals „Oliver“ am Naturtheater Heidenheim gewesen ist.

Die Chorgemeinschaft hat insgesamt 140 Mitglieder und pflegt den feinen wie den modernen Chorgesang in ihren vier Ensembles: im gemischten Chor, bei den „young voices“ im Kinder- oder im Jugendchor. An der Spitze des Vereins steht derzeit Sandra Kastler.