Nach nun dreieinhalb Jahren als Student im Mittleren Westen, geht meine Zeit hier dem Ende zu. Um ehrlich zu sein, fühlt es sich für mich tatsächlich immer noch so an, als ob seit meinem ersten Tag an der Morningside University noch kein Jahr vergangen ist.

Angefangen hat alles in der 10. Klasse am Max-Planck-Gymnasium. Ich bekam damals die Chance, für drei Monate mit einem Schüleraustausch nach Australien zu reisen. Diese Zeit prägte mich und ich beschloss, mein Studium im Ausland zu absolvieren.

Während der Oberstufenzeit hatte ich mich intensiv mit den verschiedensten Möglichkeiten beschäftigt, wie ich mir diesen Traum erfüllen könnte – und schlussendlich war meine Leidenschaft für Fußball und ein mögliches Sportstudium der Türöffner.

Jakob Fronmüller aus Gerstetten lebte dreieinhalb Jahre lang in Iowa, USA.
Jakob Fronmüller aus Gerstetten lebte dreieinhalb Jahre lang in Iowa, USA.
© Foto: privat

Den großen Schritt wagen

Nach einer Einladung zum Sichtungsturnier in München, bekam ich Kontakte in die USA, woraufhin Gespräche mit mehreren Universitäten folgten. Anfang 2019 habe ich mich dann schnell dazu entschieden, das Angebot meiner jetzigen Uni anzunehmen und den großen Schritt zu wagen. Jetzt, nach dreieinhalb Jahren kann ich definitiv auf eine ereignisreiche Zeit zurückblicken und mit großer Entschlossenheit sagen, dass ich mich erneut so entscheiden würde.

Insbesondere der fußballerische Erfolg mit der Mannschaft in meinen ersten beiden Jahren war fantastisch. Mit dem zweifachen Gewinn der Meisterschaften 2019 und 2020 haben wir es als „Morningside Mustangs“ geschafft, die 16-jährige Serienmeisterschaft der „Hastings Broncos“ zu unterbrechen. Und nicht nur die Erfolge des Teams, sondern vor allem auch die Kontakte zu meinen.

Jakob Fronmüller aus Gerstetten lebte dreieinhalb Jahre lang in Iowa, USA.
Jakob Fronmüller aus Gerstetten lebte dreieinhalb Jahre lang in Iowa, USA.
© Foto: privat

Mannschaftskameraden haben dazu beigetragen, dass es eine großartige und sehr abwechslungsreiche Zeit war. Neben verschiedenen Ausflügen zu Mount Rushmore oder nach Milwaukee, boten die langen, oft mehrere Stunden andauernden Auswärtsfahrten zu den Spielen natürlich die Gelegenheit, als Team zusammenzuwachsen. Nun bestehen schöne Verbindungen in alle Welt.

Sport und Studium verbinden

Der zeitliche Aufwand, Studium und Fußball zu verbinden, ist herausfordernd. Das System von College-Athletics in den USA macht es jedoch gut möglich – und so werde ich Ende des Jahres meinen Bachelor in Business-Administration mit dem Fokus „Management“ mit nach Hause nehmen.

In meiner Zeit hier hat natürlich auch Covid-19 einiges durcheinander gewirbelt. So gestaltete es sich im Jahr 2020 spannend, ob ich als Student nach den Semesterferien überhaupt wieder in die USA einreisen durfte. Mein geplantes Auslandssemester in Japan konnte ich leider nicht antreten. Im Vergleich zu Deutschland waren jedoch die Einschränkungen nie so streng und auch außerhalb der Uni gab es keinen wirklichen Lockdown. So konnte ich Amerika trotzdem erleben und der Kultur ein weiteres Stück näherkommen. Besonders interessant war es natürlich auch, die Zeit der Präsidentschaftswahlen live vor Ort mitzuerleben. Noch etwas zur Sportkultur: In den USA steht der Collegesport besonders im Fokus des öffentlichen Interesses - und natürlich auch die veränderten Schwerpunkte bzgl. der Sportarten. So haben mir die Besuche von NBA- und NFL-Spielen in Chicago, Denver und Minneapolis gemeinsam mit Freunden über die Jahre sehr viel Spaß gemacht.

Jetzt zum Abschluss genieße ich noch ein paar Tage in New York, bevor meine Studienzeit hier in Amerika zu Ende geht. Die Fortsetzung plane ich über ein Master-Studium in Deutschland.

Mehr über Menschen aus dem Landkreis Heidenheim, die im Ausland leben, gibt es bei Brücken in alle Welt zu lesen.