Nairobi ist in diesen Tagen wie leergefegt, da jeder Kenianer zu seinem Stamm nach Hause fährt. Seit zehn Jahren feiern wir nun schon Weihnachten in Afrika – und Martins Geburtstag am 25.12.

Das Fest spielt sich größtenteils im Freien ab. Von unserer Terrasse aus hat man einen wunderbaren Blick in den Nairobi-Nationalpark. Nicht selten spazieren dann Giraffen, Zebras, Gazellen, Büffel und, wenn man Glück hat, auch mal Löwen oder ein Nashorn vorbei.

Martin kam 1976 mit dem Missionswerk DIGUNA nach Kenia. Auf der einen Seite war das ein Abenteuer, doch für Martin wurde daraus eine Lebensaufgabe. Viele Menschen in Afrika haben mit existenziellen Problemen wie einem Dach über dem Kopf, genug zu essen oder Schulbildung für die Kinder zu kämpfen. Es gibt viel Hoffnungslosigkeit.

Beide setzen sich in unterschiedlicher Form für die Menschen vor Ort ein.
Beide setzen sich in unterschiedlicher Form für die Menschen vor Ort ein.
© Foto: privat

Angesichts dieser Not fragte sich Martin: Was ist eigentlich mein Leben? Wozu bin ich da? Die Antwort fand er in der Bibel, wo steht: Euer Leben ist ein Dampf; danach verschwindet er. Als Martin bewusst wurde, dass das Leben begrenzt ist, wollte er seine verbleibende Zeit und Kraft nutzen, den Menschen in Afrika zu helfen – ihnen vor allem Hoffnung und Zukunftsperspektive durch Jesus geben!

Einsatz für die Menschen in Nairobi

So wurde er Missionar bei DIGUNA. Die Arbeit ist vielfältig. Zusammen mit einheimischen Pastoren fahren wir in entlegene Gebiete, um dort den Menschen von Jesus zu erzählen. Darüber hinaus machen wir immer wieder Einsätze an Schulen, bauen Kirchen und Radiostationen auf, veranstalten Kinder- und Jugendcamps und unterstützen die Menschen in den Slums von Nairobi.

Martin lebte mit seiner ersten Frau Martha Heussler (aus Dettingen) und seinen zwei Kindern Rebekka und Samuel 17 Jahre lang in Zaire/Kongo, bevor sie 1996 und 1998 aufgrund des Krieges und vor Rebellengruppen flüchten mussten. Danach wurde er Stationsleiter auf der DIGUNA-Basisstation in Nairobi.

Die Natur und die vielfältige Fauna in Kenia ist für die Mischnicks oft zum Greifen nah.
Die Natur und die vielfältige Fauna in Kenia ist für die Mischnicks oft zum Greifen nah.
© Foto: privat

Elfriede und ihr erster Ehemann Friedrich Späth wohnten mit ihren drei Töchtern Simone, Judith und Sara in Bolheim. Sie waren viele Jahre in der Evangelischen Gemeinde Bolheim, im „Offenen Abend“ Heidenheim und dann vor allem in der Brückengemeinde aktiv. Elfriede war Lehrerin in den Hauswirtschaftlichen Schulen Heidenheim, später unterrichtete sie in Grund- und Hauptschulen Religionslehre und bis 2012 war sie Lehrerin an der Freien Evangelischen Realschule in Heidenheim.

In den Jahren 2010 und 2011 starben sowohl Elfriedes Mann als auch Martins Frau. Dass wir uns in genau dieser Situation begegneten, war ein Geschenk Gottes. Wir durften noch einmal ganz neu anfangen – vor allem für Elfriede begann etwas völlig Neues, als sie mit Martin nach Kenia ging.

Zeit für Gespräche

Nairobi ist klimatisch sehr angenehm: Dort ist es trocken und warm. Wärme kennzeichnet auch die Kenianer. Sie nehmen sich Zeit für Gespräche, sind hilfsbereit und herzlich. Täglich kommen Leute zu uns ins Haus, essen mit uns und teilen uns ihre Nöte mit. Wir hören ihnen zu, beten mit ihnen, sprechen ihnen Trost aus Gottes Wort zu – und meistens zeigt Gott einen Weg auf, wie wir ihnen auch ganz praktisch helfen können.

Heute arbeitet Elfriede in dem internationalen Frauenprojekt „Women of Hope“. In diesem Projekt sollen Frauen mithilfe von Radioprogrammen und Konferenzen zum Gebet ermutigt werden, sowie Wertschätzung und Hilfe erleben. Martin ist im Vorstand der christlichen Radioarbeit tätig. Er begleitet eine Musikarbeit, unterstützt und besorgt Blasinstrumente (meist gebrauchte aus Deutschland) und unterhält im Slum Mathare in Nairobi ein Aufnahmestudio. Wer einen kleinen Eindruck von Weihnachten in Afrika bekommen will, darf sich gern auf YouTube „DIGUNA MEMA Trumpet Ministry: Hyms Session“ anschauen.

Wir wünschen ein frohes und gesegnetes Christfest! Martin und Elfriede Mischnick aus Nairobi

Mehr über Menschen aus dem Landkreis Heidenheim, die im Ausland leben, gibt es bei Brücken in alle Welt zu lesen.