Die Vorbereitungen für das Jahreskonzert der Gussenstadter Blasmusik waren in vollem Gange, Konzertantes und Unterhaltsames wurde erarbeitet, da ereilte Orchester-Chef Manuel Sommer ein Gehörsturz, der nur sehr langwierig ausheilt. Nach diesem Ausfall studierte Lars Bischof ein neues Programm für die Kapelle des Gussenstadter Musikvereins ein. Bischof gilt als Multitalent: Zum einen komponiert er wirklich hörenswerte Stücke für die Blasmusik, zum anderen ist er als Musiker aktiv.

Zuvor waren die Proben noch nicht so weit fortgeschritten, dass die konzertanten Stücke – noch etwas verfeinert – hätten aufgeführt werden können. Die Musiker mit ihrem Vorsitzenden Stefan Ruoff besprachen sich mit ihrem Vizedirigenten Bischof und der fand vergleichsweise schnell zu dem Programm, das jetzt zu erleben war und gleichermaßen beim verwöhnten Publikum in Gussenstadt auf beifallsfreudige Zustimmung stieß.

Unterhaltsam und durchaus auch volkstümlich wurde dieser Abend, bei dem vor allem die gut besetzte wie zahlenmäßig große Jugendkapelle mit ihrem Programm sich mit eher zeitgenössischen Ohrwürmern großen Applaus verdiente. Katharina Strehle schlug als Jugenddirigentin sicher den Takt: Zum Auftakt erklang von James Swearingen „Above and beyond“. Von Elton John folgte „Can you feel the love tonight“. Auch Jon Bon Jovis „Livin’ on a prayer“ wurde engagiert vorgetragen. Danach erklang „Fire countdown“ als Zugabe, für die es viel Beifall gab.

Volkstümliche Literatur

Die aktive Kapelle eröffnete ihren Auftritt, in den gegen später etliche Ehrungen eingebettet waren, mit dem von Siegfried Rundel arrangierten und von Julius Fucik komponierten Festmarsch „Danubia“, um danach dann eher volkstümliche Literatur auf dem Notenständer aufzuschlagen. Ramona Kramer präsentierte als Moderatorin die verschiedenen Stücke, darunter „Die kleine Antonia“ (Thomas G. Greiner) oder von Josef Poncat die vielfach gern gespielte „Chodounska-Polka“.

Großen Applaus bekamen die Musiker nach der Aufführung der von Lars Bischof komponierten und von Alexander Stütz für Blaskapelle arrangierten Festpolka „Schwäbischer Jura“. Sie wurde zum Höhepunkt dieses Jahreskonzerts, beschrieb die schöne Ostalb und erinnerte aber auch an knackige Winter. Lediglich die von Josef Vacica komponierte und von Manuel Sommer bearbeitete Polka über das Leben einer „jungen Witwe“ erreichte ähnlich hohe Beifallsdezibel. Im Dreivierteltakt schlossen sich von Mark Sven Heidt „Träumereien“ an.

Silke Vogel und Lars Bischof in Vertretung ihres erkrankten Manns Holger übernahmen den Gesang bei „In deinen Armen“ (Franz Bummerl). Katharina Strehle begeisterte als Gesangsolistin mit Rainhard Fendrichs österreichischem Ohrwurm „I am from Austria“. Sie verdiente sich damit eine gern gewährte Zugabe.