Die Neufassung der Vergaberichtlinien für den Verkauf von Bauplätzen, die dem Gemeinderat in seiner Sitzung in der Kliffhalle vorlag, wird einige Änderungen erfahren.

Zuvor hatte sich bereits der Verwaltungsausschuss in öffentlicher Sitzung mit dem Muster des württembergischen Gemeindetages beschäftigt. Bislang diente dem Gemeinderat eine von der Verwaltung eigens entwickelte Matrix, die nach sozialen Gesichtspunkten aufgebaut war. Auch erfuhr das ehrenamtliche Engagement des Bewerbers, etwa in der Vereinswelt oder als Gemeinderat, eine nach Punkten bewertete Gewichtung.

Jonas Mauthner (FWV) hat anhand eines simulierten Gerstetter Durchschnittsbürgers modellhaft dessen Chancen auf einen Bauplatz durchgerechnet und kam unter anderem zu dem Schluss, dass ehemalige Gerstetter, die nach Ausbildung und Beruf zurückkehren wollten, besser bewertet werden müssten.

Komplette Gerechtigkeit gibt es nicht

Sebastian Jäger (Grüne) will die Zahl der Punkte bei der Bewertung der Kinderzahlen anders verteilen. Wer zunächst ein Haus bauen will und dann erst an Ehe und Kinder denkt, müsse stärker gewichtet werden. Ganz gerecht funktioniert die Verteilung sowieso nicht, resumierte Werner Häcker (FWV) und will für Sonderfälle den Entscheidungsspielraum des Gemeinderats vergrößern.

Heldenfingens Ortsvorsteher Roland Fetzer fragte an, was mit denen geschehe, die schon lange auf einen Bauplatz warten. Für Uwe Geiße, der den Entwurf ausgearbeitet hat, dürfen keine festen Zusagen gemacht werden.

Die Gewichtung der Kinder nach deren Zahl und Alter will Frank Schied (Grüne) einfacher gestaltet wissen. Bürgermeister Roland Polaschek sicherte den Räten zu, dass sich die Verwaltung bemühe, das siebenseitige Regelwerk erneut zu überarbeiten. Juristisch müsse es jedoch unangreifbar bleiben.

Vergabe von Bauplätzen in Gerstetten Wer ehrenamtlich engagiert ist, soll bevorzugt werden

Gerstetten