Eine feine Theatertruppe hat der Musikverein Gussenstadt beieinander. Und so freuen sich die über 200 Besucher allemal, wenn zu Anfang eines neuen Jahres der Musikverein nicht nur mit Pauken und Trompeten zu hören ist, sondern wieder einen Einakter aufführt, der im Gussstadter Schwäbisch noch einmal so schön klingt und weit entfernt ist von spröder Einfalt.

Gussenstadt liegt bekanntlich an einer Bahnlinie, die Jahrzehnte nach Einstellung des Planverkehrs nur noch sporadisch von Museumszügen befahren wird. Vor langer Zeit waren also die Bahnhöfe besetzt, es gab einen Streckenläufer und vereinzelt auch einen Bahnwärter. Im Mittelpunkt der Aufführung des Theaterspiels „Älles wegera Goiß“ von Carl Siber verdienten sich unter der Regie von Ramona Kramer die Mimen Andreas Ruoff, Anja Bosch, Nina Häcker, Markus Ruoff, Matthias Häcker und Erwin Rapp sogar Beifall auf offener Szene.

Eine spaßige Geschichte

Die Geschichte ist schnell erzählt: Während Mutter und Tochter hinter dem Rücken des Vaters die Begegnung mit dem künftigen Schwiegersohn organisieren, sollte unbedingt der Papa – zugleich Bahnhofsvorstand – die Geiß melken. Tut er das nicht pünktlich, könnte die Ziege krank werden. Als die sich heftig dagegen wehrte, wusste der Bahnwärter aus eigener Erfahrung die Lösung des Problems. Ihm sei es ja auch so gegangen: Die Ziege sei eben nur eine Frau als Melkerin gewöhnt.

Also zwängte sich der Bahnhofsvorsteher in die Klamotten seiner Frau, molk erfolgreich das Tier und eilte, weil er Rock und Schlafhaube nicht rechtzeitig los wurde, so auf den Bahnhof. Der Bahninspektor wollte das aber nicht gelten lassen.

Schließlich wie immer: Ende gut, alles gut. Der Papa blieb als ehrgeiziger Beamter im Amt und seine Tochter bekam den Bräutigam, der ausgerechnet Sprössling aus einer verfeindeten Familie war.