Dettingen / Klaus-Dieter-Kirschner Der Verein traf sich in Dettingen zu seiner Kreisversammlung. Gelobt wurde vor allem die Vorarbeit der Helfer-vor-Ort-Gruppen.

Kommenden Herbst startet das Rote Kreuz im Landkreis mit einem mobilen Pflegedienst. Das kündigte am Freitagabend in der Dettinger Lindenhalle Albert Tränkle an, der seit rund zwölf Jahren als Steuermann das Rotkreuz-Schiff auf Kurs hält. Im Blick auf 2018 kam der Präsident zu dem Ergebnis: „Das war eines unserer besten und erfolgreichsten Jahre.“ Die vor zwei Jahren besiegelte Verschmelzung der Rettungsdienste aus Heidenheim und Ulm habe sich mehr als bewährt und sei ein Erfolgsmodell.

Alle Schichten und alle Fahrzeuge konnten besetzt sowie die Ausbildung der Notfallsanitäter forciert werden. Den Folgelehrgang kündigte Albert Tränkle für Herbst an. Bei der Einhaltung der Rettungsfristen rangiere der Kreisverband inzwischen an der Spitze im Ländle und habe dafür einiges Geld in die Hand genommen und aufgerüstet. In Sichtweite vom Klinikum Heidenheim werde die vorhandene Rettungswache erweitert. Dauerhaft sei in Gerstetten für die Nahversorgung ein Rettungswagen postiert.

Durchschnittlich fünf Einsätze am Tag

Gut aufgestellt sah Tränkle auch die Bereitschaften mit einem leichten Personalzuwachs. Die Helfer-vor-Ort-Gruppen (HvO) würden hervorragende Arbeit leisten, bis Notarzt und Rettungssanitäter beim Patienten seien. Viele Menschenleben seien auf dem Gebiet durch ehrenamtliche Rotkreuzler gerettet worden. Im Durchschnitt fielen fünf Einsätze am Tag für die HvO an.

Inzwischen würden im Kreis Heidenheim mehr Blutkonserven bei Blutspendeterminen im Jahr gewonnen als in der Landeshauptstadt. Abschließend hoffte Tränkle, dass der DRK-Kreisverband in Heidenheims Oststadt zum Zuge komme, wenn es um das betreute Wohnen alter Menschen gehe.

Kreisverbandsarzt Dr. Bernhard Konyen gab bei der Versammlung einen sehr persönlichen Bericht über die HvO-Arbeit: Im Januar war seine Frau zusammengebrochen und in dramatischer Aktion reanimiert worden: „Ich bin mir sicher, dass unsere Bürgermeister, die Kommunalpolitiker und die Bürger sich nicht bewusst sind, dass die HvO zu schnellster Hilfe in der Lage sind und ein hohes Maß an Sicherheit bieten. Die Reanimation durch Laien ist bis zum Eintreffen der professionellen Kräfte die absolute Basis für den Erfolg.“

Miteinander statt gegeneinander

Noch mehr Unterstützung, noch mehr Ausbildung, noch bessere Ausrüstung: Das forderte der Katastrophenschutzbeauftragte Bernd Doll. Man möge als Bereitschaft nicht auf andere neidisch sein, sondern lieber miteinander als gegeneinander arbeiten. „Wir sind ein Rotes Kreuz und stehen unseren Mann bei den FCH-Heimspielen, beim Stadtlauf, bei Stadtfesten oder auch Suchaktionen.“ Eigentlich müsste das Fachgebiet Bevölkerungsschutz heißen, meinte Döll. „Unsere Arbeit fängt im Kleinen an und erreicht dann Dimensionen wie beim Edelmann-Brand oder einer Vermisstensuche“.

Kreisverwaltungsdirektor Georg Feth bestätigte: Der Rotkreuz-Kreisverband sei breit aufgestellt. „Wir hörten heute eine beeindruckende Bilanz.“ Stolz könne man darauf sein, wie die Rettungsfristen erfüllt würden und die schnelle Hilfe für die Patienten organisiert sei: „Wir haben alle unsere Hausaufgaben gemacht.“

Regulär keine finanzielle Entschädigung

„Das Ehrenamt ist die Seele des Roten Kreuzes“, betonte der Vizepräsident des DRK-Landesverbandes und vormalige Erste Bürgermeister Aalens, Dr. Eberhard Schwerdtner. „Mit den Helfer-vor-Ort-Gruppen nimmt die Rettungskette ihren Anfang.“ Für diese Gruppen seien inzwischen auch mit Blaulicht und Signalhorn ausgerüstete Fahrzeuge erlaubt. Während die Feuerwehren eine Entschädigung erhielten, seien die Helfer vor Ort ausschließlich ehrenamtlich unterwegs, es sei denn, eine Gemeinde habe eine finanzielle Entschädigung geregelt.

Das Rote Kreuz in Zahlen

Der Rettungsdienst fuhr 21 970 (Vorjahr: 23 549) Einsätze, 3863 (3846) Mal war der Notarzt unterwegs, 7106 (7682) Krankentransporte fielen an. Das waren über eine halbe Million Kilometer. Insgesamt sind 110 Personen im Rettungsdienst tätig und werden von Fall zu Fall von 25 Ehrenamtlichen unterstützt.

571 Personen sind im Kreisverband aktiv. 117 machen im Jugendrotkreuz mit, 8560 Personen unterstützen als fördernde Mitglieder. Insgesamt sind 9248 Personen als Mitglieder in der Kartei.

Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte kamen auf 74 747 Einsatzstunden.Die Helfer-vor-Ort-Gruppen verzeichneten 1617 Einsätze. 6053 Blutkonserven wurden bei den Blutspendeterminen gefüllt.

Die Bilanzsumme belief sich auf 7,3 Millionen (Vorjahr: 7,1 Millionen) Euro und schloss mit 139 300 Euro Bilanzgewinn ab. Im Vorjahr waren es 137 000 Euro. In die Gewinnrücklagen wurden entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung 375 000 Euro (Vorjahr: 390 000 Euro) eingestellt.