Dischingen / Joelle Reimer Anwohner fühlen sich durch den Lärm belästigt und prangern an, dass die Betrienszeiten nicht eingehalten werden. Jetzt wird wieder gemessen.

Hohe Lärmbelastung und das Nichteinhalten von Betriebszeiten: Das wurde bezüglich des Dischinger Windparks Ohrberg von den Fleinheimern und Auernheimern immer wieder moniert. Vor einigen Wochen dann schickte man ein Schreiben an die Betreiberfirma Vensol Neue Energien GmbH in Babenhausen. Unterzeichnet von Nattheims Bürgermeister Norbert Bereska und den Ortsvorstehern Wolfgang Bernhard und Wolfgang Hetzel wurde darin um die Nachtabschaltung der Anlagen 1 und 2 gebeten.

„Wir haben eine Antwort, ja. Aber auf eine Nachtabschaltung wurde nicht konkret eingegangen. Sie nehmen die Beschwerden zwar ernst, berufen sich aber natürlich auf die bestehende Genehmigung“, sagt Fleinheims Ortsvorsteher Hetzel.

Dennoch wolle man aber die entsprechenden Emissionspunkte überprüfen, die in den Fragebögen von den Einwohnern genannt wurden, so Jürgen Ganz, Geschäftsführer der Firma Vensol. Man habe sich deshalb kürzlich im Nattheimer Rathaus gemeinsam mit Bürgermeister Norbert Bereska, mit den Ortsvorstehern Bernhard und Hetzel, mit Dischingens Bürgermeister Alfons Jakl und mit Georg Honold, der für den technischen Betrieb vor Ort zuständig ist, zusammengesetzt, um über mögliche Lösungen zu diskutieren.

Messinstitut beauftragt

Zunächst einmal wird, voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche, eine weitere Schallvermessung stattfinden. Hierzu hat die Firma Vensol ein zertifiziertes Messinstitut beauftragt. „Wir haben auch die Fragebögen ans Landratsamt Heidenheim weitergeleitet, damit diese berücksichtigt werden“, sagt Ganz. Die Messung findet nach der Richtlinie TA Lärm statt, wobei die Abstimmung, wann, wo und wie gemessen wird, nicht in der Hand der Betreiberfirma liegt. „Das machen das Landratsamt und der Gutachter vom Messinstitut miteinander aus“, so Ganz.

Deshalb kann er auch nicht sagen, inwieweit die Fragebögen und die darin angegebenen Orte überhaupt mit einfließen – er jedenfalls habe alles dafür getan. „Es liegt auch in unserem Interesse, dass wir hier Klarheit über den Lärm bekommen“, sagt er. Denn wenn es tatsächlich zu laut sein sollte, ist das ein Thema für den Hersteller General Electric, der dann dafür gerade stehen muss.

Werden Grenzwerte eingehalten?

Hinsichtlich der anstehenden Messung wurde vereinbart, so Hetzel, dass die Ortsvorsteher möglichst im Vorfeld über Ort und Zeit informiert werden. „Das Problem ist aber die Art der Messung. Der Lärm lässt sich einfach nicht an nur einem Tag realistisch abbilden. Mal hört man fast nichts, mal tut es richtige Schläge, je nach Standort und Windrichtung“, so Hetzel.

Er stelle sich vielmehr eine Messung an zwei bis drei Standorten vor – am besten über vier bis sechs Wochen. „Aber klar, das gibt die TA Lärm wahrscheinlich nicht vor.“ Deshalb hofft er nun, dass bei der Messung die tatsächlichen Lärmwerte richtig erfasst werden. „Dann kommt es darauf an: Sind die Grenzwerte eingehalten oder nicht.“ Erst nach diesen Ergebnissen kann entschieden werden, wie es mit den Anlagen am Ohrberg weiter geht.