Katzenstein / Klaus Dammann Mittelalter live hieß das Motto am Pfingstwochenende beim Markt in und um die Burg Katzenstein. Rund 6000 Besucher waren dabei.

Es soll ihn also doch geben – den Schatz in der Stauferburg Katzenstein. Zumindest gilt dies, wenn man geneigt ist, der märchenhaften und kampfstark erzählten Geschichte Glauben zu schenken, die die Gruppe „Kaskadeure – Reiter aus Leidenschaft“ an den vergangenen drei Tagen auf dem Turnierplatz vor der Burg aufführte. In Harnisch, Helm und mittelalterlichem Outfit erzählte die rund zehnköpfige Truppe vom Herrn von Katzenstein, der vom Kreuzzug einen Schatz nach Hause bringt und dort mit seinem Gefährten, dem den Stotzen als Wappen führenden Herrn von Stotzingen, über die Aufteilung der Beute aneinander gerät. Im Wettkampf eines ritterlichen Turniers soll über den Besitz entschieden werden, doch der Hausherr nimmt das Geheimnis um den Aufbewahrungsort des Schatzes am Ende mit ins Grab, um fortan als Geist über ihn zu wachen.

Zuschauer jeden Alters hatten ihren Spaß an der vor der Burg als stimmige Kulisse dargebotenen unterhaltsamen und durchaus handfesten Show-Inszenierung, in der klirrende Schwerter, brechende Lanzen und durchs Feuer galoppierende Pferde breiten Raum einnahmen. Da das Wetter kontinuierlich von Samstag bis Pfingstmontag besser wurde, steigerten sich die Besucherzahlen täglich. Das sehr zufriedene Burg-Eigentümer-Paar Roswitha und Michael Walter schätzte gestern Nachmittag, dass sich insgesamt rund 6000 Gäste vom nunmehr zweiten Turnier bei der Burg und vom mittelalterlichen Markt bezaubern ließen.

Bummel über den Markt

Auch beim Marktbesuch konnten die Gäste vielerlei entdecken. Das Angebot an den Buden reichte vom kunsthandwerklichen Schmuck über Spielzeug für Nachwuchs-Ritter und -Edelfräulein bis zu Musikinstrumenten. Wer seine neue Leidenschaft fürs Mittelalter entdeckte, konnte am Stand für entsprechende Bekleidung fündig werden.

Vorgeführt wurden alte Handwerkskünste, Kinder durften sich an ritterlicher Ausbildung in der Knappenschule versuchen. Musikgruppen unterhielten die Besucher mit mittelalterlichen Klängen vor der Burg wie im Burghof. Und mit dem Angebot der Burgküche, aber auch anderen Leckereien wie Spanferkel am Spieß stellte der im Mittelalter nicht seltene Hunger kein aktuelles Problem mehr dar.

Das Ehepaar Walter und die Stauferburg Katzenstein

Wechselvolle Jahre hatte die Stauferburg Katzenstein hinter sich, bis Roswitha und Michael Walter das ehrwürdige Gemäuer 2006 pachteten, später erwarben und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machten. Seitdem hat sich die Burg zu einem der großen touristischen Ziele im Landkreis entwickelt.

Viel Geld – über eine Million Euro einschließlich Zuschüssen – wurde in den vergangenen Jahren in die Sanierung und Restaurierung investiert – unter anderem in den wieder zugänglichen Bergfried, die von Feuchtigkeit geschädigten Wandmalereien in der Laurentiuskapelle, den neu überdachten historischen Küchenbau und in die Gastronomie.