Freizeitnutzung eines Gewässers ist in Ordnung – aber nicht ausschließlich und grenzenlos. Gut so, dass die Naturschutzverbände sich strikt gegen das See-Camping-Projekt aussprechen. Der Mensch ist Teil der Natur, er steht nicht über ihr.

Folgerichtig ist die Ausweisung des südlichen Seeteils inklusive der Vogelinsel als Naturschutzbereich und die ökologische Ufergestaltung sowie die nachhaltige Pflege des gesamtes Areals ein Muss. Alle reden davon, die Welt für die nachfolgenden Generationen lebenswert zu erhalten. An einzelnen Projekten wie diesen erkennt man die Wahrhaftigkeit solcher Aussagen.

Wie ein Fremdkörper

Seit den Abholzungsaktionen der vergangenen Winterhalbjahre liegt der See nierenschalenförmig wie ein Fremdkörper in der Landschaft. Ein totes Gewässer – kaum mehr Vogelarten sind zu beobachten. Am augenfälligsten ist das Ausbleiben des Haubentauchers seit einigen Jahren.

Die Attraktivität eines solchen Gewässers für Besucher ist dadurch ebenfalls eher gering – ohne Schatten, ohne Ufergestaltung, ohne erlebbare Natur.

Miteinander von Mensch und Natur

Es ist höchste Zeit für ein Rückzugsgebiet wie von den Verbänden vorgeschlagen als Ausdruck des Miteinanders von Mensch und Natur. Bis jetzt jedoch nickt der pflegeleichte Gemeinderat mehrheitlich gar alle Projekte im Sinne der Verwaltung wohlwollend ab. Weitsicht, Rücksicht und Umsicht geht anders.

Bernd Alexander Lorenz, Dischingen