CO2-Emission in Deutschland, (Quelle: NDR | 28.05.2019 ):

37,8 % Energiewirtschaft, 20,6 % Industrie, 18,2 % Verkehr, 10,2 % Haushalte, 7,8 % Landwirtschaft, 4,2 % Handel und Gewerbe, 1,2 % Abfallwirtschaft.

 „Der Verkehr zählt zu den größten Klimasündern“. Ich würde den Satz so formulieren: Der Verkehr gehört zu den größeren Umweltverschmutzern, denn nicht nur die Kohlenstoffdioxid-Emission des laufenden Betriebes ist zu betrachten, sondern auch die bei der Herstellung anfallende. Nicht außer Acht gelassen werden sollten der Abrieb von Bremsen und Reifen sowie die Personenschäden, die nicht prozentual hoch auf der Autobahn anfallen, sondern auf den Landstraßen. Diese könnten durch eine Tempobegrenzung auf 80 km/h reduziert werden (siehe Dänemark).

 Wenn also durch die im Artikel beschriebene Maßnahme – Abkassieren und Umverteilen – 10 % CO2-Emission aus dem Verkehrssektor eingespart werden würden, dann ergäbe das eine Reduzierung von 1,82 %. Das wäre ja wohl nicht der große Wurf.

 Eine Reduzierung der Emission bei der Energiewirtschaft wäre viel effektiver; 10 % ergäben da schon 3,78 % Einsparung. Wenn bis Ende nächsten Jahres 6 Atomkraftwerke abgeschaltet werden (ca. 61 TWh von 503 TWh) und der Bedarf bleibt, dann erhöht sich die Emission gar um 12 %.

 Der sichere Ausweg wäre der „Dual-Fluid-Reaktor“, der den bisher erzeugten Atommüll als Brennstoff benutzt. Dessen Energieeffizienz ist 1000 Mal größer als die der erneuerbaren Energien und liefert kontinuierlich Strom zu Kosten von 1 €ct/kWh. In 20–30 Jahren könnte die Emission der Energiewirtschaft von 37,8% auf Null gesetzt werden.

Meine Erkenntnis: Die Verringerung der Emission von CO2 im Verkehrssektor durch erhebliche Verteuerung der Kraftstoffe macht die Bevölkerung nur ärmer, ändert die CO2-Bilanz aber nur geringfügig. Um wirklich die CO2-Emission zu begrenzen braucht man andere Technologien.

Harald Berger, Dischingen