Es war Ende März 2020, zur Zeit des vom Coronavirus verordneten Ausfalls fast aller kulturellen Aktivitäten in der Öffentlichkeit und der Schließung von Schulen und Kindergärten und auch der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Über soziale Medien verbreitete sich eine Idee, die vielerorts Niederschlag fand: die sogenannten „Corona-Steinschlangen“. Auch am Härtsfeldsee bei Dischingen wurde eine solche Schlange aus bemalten Steinen begonnen: Die kleinen Mädchen Linda und Anika legen mit der Unterstützung ihrer Familie die ersten Steine und riefen Spaziergänger zum Mitmachen auf.

Mitarbeiterinnen der befreundeten Lebenshilfen Aalen und Heidenheim griffen die Idee auf und initiierten in ihren Gruppen Kunstaktionen, bei denen weitere Steine bemalt und zum See gebracht wurden. Die Lust, etwas Gemeinschaftliches in dieser belastenden Zeit zu gestalten, war bei allen groß. So wuchs die Schlange, die sich an der Seeseite der Kreisstraße 3034 in Richtung Dischingen befindet, Stein um Stein auf 109 Meter Länge an und noch immer kommen Steine dazu.

Darüber hinaus kam es aber auch zum Kontakt der beiden Mädchen und ihrer Familien mit den Mitgestaltern aus den Lebenshilfen. Via Computer wurde das Geschehen beobachtet und man freute sich über das gelungene Zusammenwirken.

Als die Freizeitgruppe der Lebenshilfe Heidenheim unter Leitung von Stefanie Schorndorfer vor kurzem wieder zwei Kisten bunter Steine zum See brachte, traf die Gruppe auf die kleinen Mädchen, die vor vielen Wochen den ersten Stein für die Gemeinschaftsaktion gelegt hatten. Ganz im Sinne von Inklusion wurde dann zusammen an der Schlange weitergebaut. Und wer mag, kann noch weitere Steine hinzufügen.