Neresheim/Dischingen / Der Weiterbau der Strecke der Härtsfeld-Museumsbahn zum Härtsfeldsee bewegt die ausschließlich ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Vereins Härtsfeld-Museumsbahn. Vorsitzender Werner Kuhn berichtete auf der Generalversammlung über die mühevolle, schließlich aber erfolgreiche Suche nach Zuschüssen.

Er habe sich sehr darüber gefreut, dass aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) Mittel für den Weiterbau der Strecke bereit gestellt werden, teilte Werner Kuhn mit. Weitere Mittel kommen vom Landkreis Heidenheim, von der Gemeinde Dischingen, der Hanns-Voith-Stiftung und der Kreissparkasse Ostalb sowie aus Spenden.

Die Arbeiten an der Neubaustrecke sind bis Ende 2019 geplant. Um die Baukosten niedrig zu halten, sind umfangreiche Eigenleistungen vorgesehen. Da zur Fertigstellung der Strecke weitere Mittel notwendig sind, sucht der Verein weiterhin nach Sponsoren und Spendern. Hierfür wurde eine neue Gleisbaustein-Urkunde entworfen, die sich als Geschenk eignet und Spendern als Dankeschön überreicht werden soll.

Im Juni des vergangenen Jahres, so Kuhn, habe die Zustimmung zum Beginn der Arbeiten vorgelegen. Im Juli habe man mit den ersten Baumaßnahmen begonnen. Diese galten dem Einbau eines Flutdurchlasses, der schließlich im November erfolgte. Kuhn berichtete auch von weiteren umfangreichen Aktivitäten des Vereins: An der bestehenden Strecke wurden Weichen überarbeitet und Schwellen getauscht. Eine Prüfung habe keine größeren Beanstandungen ergeben. Allerdings werde ein Sicherheitsmanagementsystem gefordert. Es wurde gleich an mehreren Fahrzeugen gearbeitet. Die umfangreichsten Arbeiten galten der zweiten in Aufarbeitung befindlichen Dampflokomotive 11, für die unter anderem ein neues Führerhaus und ein neuer Zylinder angefertigt wurden. Der Kessel ist derzeit in Arbeit. Auch an Gebäuden wurden Arbeiten ausgeführt, insbesondere an dem Dischinger Bahnhofsgebäude, in dem neue Versorgungsleitungen verlegt wurden, was eine Sanierung des Treppenhauses nach sich zieht.

Beim Museumsbahn-Betrieb konnte trotz großer Hitze im Juli und August eine leichte Zunahme der Besucher verzeichnet werden. Aufgrund von Waldbrandgefahr musste statt eines Dampf-Sonderzuges mit Dieseltriebwagen gefahren werden und eine weitere Sonderfahrt musste abgesagt werden. Das seit 30 Jahren bestehende Härtsfeldbahn-Museum haben weniger Menschen als im Vorjahr besucht.

Der stellvertretende Vorsitzende Thomas Schmeißer berichtete über die vielfältigen Veranstaltungen im vergangenen Vereinsjahr. Von Platzwart Dietmar Fischer waren weitere Details über den Streckenbau und die Streckenunterhaltung zu erfahren. Dazu gehörten auch umfangreiche Vegetationspflegemaßnahmen, für die erstmals ein vereinseigenes Mähgerät zum Einsatz kam. Bei Messarbeiten an der bestehenden Strecke seien kleinere Fehler festgestellt worden, an deren Beseitigung man arbeite. Um die körperliche Belastung der Helfer in Grenzen zu halten, kämen zunehmend Maschinen zum Einsatz. Rechnungsführer Harald Hofbauer erläuterte die Ein- und Ausgaben. Durch die Investitionen in die Neubaustrecke, in die Dampflokomotive 11 und in Maschinen musste auf Rücklagen zurückgegriffen werden. In diesem Jahr rechnet er damit, dass das finanzielle Polster wieder etwas erhöht werden kann, denn die größten Kosten der Neubaustrecke kommen erst am Ende der Arbeiten auf den Verein zu.

Ehrenmitglied und ehemaliger Landtagsvizepräsident Dr. Alfred Geisel würdigte die Vereinsarbeit. Sie sei ein ganz wichtiger Beitrag für die Raumschaft. Wenn es ein Verein verdient habe, die höchste Förderung zu erhalten, dann der Härtsfeld-Museumsbahn-Verein. Bei den Wahlen wurden alle Amtsinhaber einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.