Katzenstein / Maximilian Haller Rund 5000 Besucher tummelten sich am Pfingstwochenende auf und um Burg Katzenstein beim Mittelaltermarkt.

Als Frau hatte man es zu Mittelalterzeiten wahrlich nicht leicht. Ein schiefer Blick und man wurde sofort als Hexe denunziert. Ähnlich erging es am Samstag einer Besucherin auf Burg Katzenstein: Die eigentlich blonde Frau bekam eine rote Perücke aufgesetzt – und musste sich direkt der „Todesprüfung“ für Hexen stellen. Überlebte sie diese, war sie unschuldig. Starb sie, war ihre Schuld bewiesen.

Zum Glück für die junge Frau war das alles nur Show. Beim bereits dritten Mittelaltermarkt auf Burg Katzenstein durften Besucher nicht nur in die Zeit von Rittern, Rössern und Recken eintauchen, sie wurden zudem in das Programm der Schauspieler miteinbezogen.

Die Lanzen gekreuzt

Höhepunkte der dreitägigen Veranstaltung waren die Ritterturniere der Reitertruppe „Die Kaskadeure“. Die rund 15 Mann starke Gruppe erzählte die Geschichte von Alexander von Stotzingen, der seinen Freund und Mentor, Baldrian von Katzenstein, versehentlich im Turnierkampf getötet hatte und seine Trauer im Wein ertränkte. Diese Chance nutzten feindliche Ritter, die die schutzlose Burg und ihren sagenumwobenen Schatz einnehmen wollten. Ein Turnier sollte den Streit schlichten.

Unter den Augen zahlreicher Besucher schwangen sich die Recken also auf ihre Rösser und zeigten ihr Können unter anderem beim Kampf mit der Lanze oder der Knappenprobe. Am Ende gewann – wie sollte es auch anders sein – Alexander von Stotzingen, der gleichzeitig auch noch Frieden mit dem Geist von Baldrian von Katzenstein schloss.

Auch über das Turnier hinaus konnten Interessierte eine Zeitreise in die Welt des Mittelalters erleben: Von Bogenschießen über mittelalterliche Spiele bis hin zu Minnesängern war so einiges an Unterhaltungsprogramm geboten. An den Ständen verkauften Händler mittelalterliche Instrumente, Kleidung und Schauwaffen und auch für das leibliche Wohl sorgte das ein oder andere Spanferkel auf dem Markt.

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Organisatoren sind zufrieden

Das Burg-Eigentümer-Paar Roswitha und Michael Walter zeigte sich sehr zufrieden. Rund 5000 Mittelalter-Begeisterte fanden sich laut Roswitha Walter an den drei Tagen auf Burg Katzenstein ein. Auch der Wetterumschwung gegen Ende der Veranstaltung habe dem Interesse der Besucher keinen Abbruch getan. Selbst das einstündige Turnier habe am Montagnachmittag trotz Regens wie geplant stattfinden können. Die Organisatoren sind sich sicher: Im kommenden Jahr soll die nächste Auflage des Mittelalter-Events steigen.