Katzenstein / KLAUS DAMMANN Es ist ruhig geworden um den vor einiger Zeit Aufsehen erregenden „Schatz“ von Katzenstein. Die Besitzverhältnisse des Schmuck- und Münzenfunds sind immer noch nicht abschließend geklärt, doch in den vergangenen Monaten waren auch Rechtsanwälte in der Angelegenheit tätig.

Neue Schätzungen zum Wert des im Februar in der Stauferburg entdeckten und etwa 250 Stücke umfassenden Funds gibt es bislang nicht. Damals war der Materialwert von einem Juwelier auf etwa 3000 bis 4000 Euro, der antiquarische Wert möglicherweise auf etwa 15 000 Euro geschätzt worden. Mit einer neuen Wertermittlung wolle man bis zum Ende der Besichtigungssaison warten, so Burgeigentümer Michael Nomidis-Walter. Bis dahin bleibe der „Schatz“ ausgestellt. Was die Eigentumsfrage für die Schmuckstücke, Uhren und Münzen angeht, so hatte sich kurz nach deren Fund ein Nachfahre der einstigen Burgbesitzer-Familie Holl bei der Familie Nomidis-Walter gemeldet, sich als „Alleinerbe am Nachlass des Herrn Holl“ vorgestellt und Erbansprüche angemeldet. Dessen Anwälte hätten ihnen dann Fristen zur Übergabe des Schmucks an ihren Mandanten gesetzt, schildert Nomidis-Walter. Diese Fristen seien inzwischen abgelaufen.

Im Gegenzug habe ein Anwalt der heutigen Burgbesitzer einen Beweis eingefordert, dass jener Nachfahre tatsächlich der Universalerbe der Familie Holl sei und ihm bzw. Angehörigen der gefundene Schmuck gehöre, berichtet Nomidis-Walter. Seit etwa zweieinhalb Monaten habe man nun nichts mehr gehört und auch von einer angedrohten Klageerhebung sei nichts bekannt. Michael Nomidis-Walter: „Der Schatz bleibt vorläufig auf der Burg.“

Gelegenheit für Interessierte, die Fundstücke zu betrachten, ergibt sich auch beim bevorstehenden Künstler- und Kunsthandwerkermarkt, der am Wochenende 3. und 4. Oktober in der Stauferburg über die Bühne gehen wird. Im Staufersaal, im neu renovierten Küchenbau und um die Burg herum werden Kunstschaffende und Handwerker ihre Arbeiten präsentieren, die sie aus Keramik, Ton, Porzellan, Holz, Metall, Filz, Eisen, Glas, Wolle und anderen Materialien fertigen. Auch kulinarische Spezialitäten sind im Angebot.

Das Unterhaltungsprogramm wartet mit einem ganz neuen Bestandteil auf: Jeweils um 12, 15 und 17 Uhr findet in der Brunnenstube eine Lesung aus dem neuerschienenen Buch „Die drei Urnen von Burg Katzenstein“ statt. „20 nicht nur romantische Gruselgeschichten“ lautet der Untertitel des von dem Heidenheimer Autoren Willi Hüll verfassten Bands, dessen Rahmenhandlung Michael Nomidis-Walter zufolge in der Stauferburg spielt.

Darüber hinaus ist an beiden Tagen um 11, 14 und 16 Uhr in der Kemenate das Marionettentheaterstück „Prinz Roman von Eulenstein“ für Kinder und Erwachsene zu sehen. Auftritte wird auch das Stelzentheater „Violetta Marionetta“ haben.

Für Besucher geöffnet ist die Burg Katzenstein am 3. und 4. Oktober jeweils von 11 bis 18 Uhr.