50 Jahre alt wird die Touristikgemeinschaft Gastliches Härtsfeld im kommenden Jahr. Schon jetzt bereiten sich die Mitglieder auf das Jubiläum vor, das auch bei der Versammlung in Ballmertshofen ein Thema war.

Die drei Hauptmitgliedsgemeinden Dischingen, Nattheim und Neresheim stellten jeweils einen Extrabetrag von 5000 Euro zur Verfügung. Zusammen mit den Einnahmen aus dem laufenden Jahr und dem Kassenbestand des Vorjahres kommt man auf eine stattliche Summe von insgesamt 44 748 Euro.

Mit dem Geld hat man hinsichtlich des 50-jährigen Bestehens einiges vor: Pünktlich zum gemeinsamen Festakt mit der Erweiterung der Härtsfeld-Museumsbahn am 18. September 2020 soll eine neue Broschüre erscheinen, für deren Druck rund 20 000 Euro vorgesehen sind. Ebenfalls für das Jubiläumsjahr ist die Neuauflage des inzwischen vergriffenen Bildbands „Das Härtsfeld – eine Perle auf der Ostalb“ des Schnaitheimer Fotografen Hans-Peter Theilacker geplant. Zudem wird es im Jubiläumsjahr einen Fotowettbewerb zum Thema Härtsfeld geben.

Der Vorsitzende der Touristikgemeinschaft, Nattheims Bürgermeister Norbert Bereska, konnte den anhaltend positiven Trend der vergangenen Jahre bei den Übernachtungszahlen nicht mehr bestätigen. Den Grund hierfür sah er darin, „dass wir einfach keine neuen Pensionen oder Gasthäuser mit moderner Ausstattung haben. Bei uns fallen eher Betten weg, als dass neue hinzukommen“, so Bereskas bedenklich stimmendes Fazit.

Zum Verbandsgebiet gehören auch Oggenhausen, Großkuchen, Aalen-Ebnat und Aalen-Waldhausen. Die Gesamtzahl der Einwohner liegt bei 27 233. Hinzu kommen Privatmitglieder wie Gastronomie, Firmen oder Direktvermarkter. Insgesamt hat der Verband 90 Mitglieder.

Eine vorsichtige Schätzung von 2015 habe 60 000 Übernachtungen jährlich im Gesamtgebiet ergeben, so Ulrike Reiger von der Touristikgemeinschaft. Bereska berichtete, dass nach einem Zuwachs um 15 Prozent im Jahr 2016 in den Jahren 2017 und 2018 aber jeweils ein Minus von fünf Prozent verzeichnet worden sei. Für voriges Jahr ergibt sich damit ein Wert von etwa 62 300 Übernachtungen.

Den Campingplatz in Nattheim nahm Bereska bei dem Rückgang allerdings aus, denn der sei jeden Tag voll belegt. Bei fünf Stellplätzen und vier Personen je Camper komme man hier auf 7300 Personen im Jahr. Außerdem sollte man wissen, dass die Statistik der Übernachtungszahlen weder Campingplätze noch Beherbergungsstätten unter zehn Betten erfasst. Dennoch hegt man auf dem Härtsfeld den Wunsch nach einem modern ausgestatteten Wander- oder Businesshotel. Dieses könne, so Bereska, die Anziehungskraft der Region doch bedeutend steigern.

Radweg und Kiosk am See

In Dischingen vertraut man darauf, den Radweg nach Ballmertshofen im nächsten Jahr fertig zu bekommen. Am Härtsfeldsee hofft man durch den Erweiterungsbau des Kiosks nebst neuer Toilettenanlage den touristischen Betrieb anzukurbeln und neue Wanderscharen anzulocken. Bürgermeister Alfons Jakl, durchaus geschickt im Generieren von Fördermitteln, konnte dem EU-Leader-Programm 200 000 Euro für die insgesamt 600 000 Euro kostende Maßnahme entlocken, hat aber mit dem ausführenden Architekten noch ein paar bestimmungsrechtliche Fragen zu klären. Insgesamt zeigte er sich optimistisch, was das touristische Potenzial seiner Gemeinde angeht.

Die Vertreter der Stadt Neresheim waren mit dem Zulauf zufrieden, den die Geschäftsstelle der Touristikgemeinschaft erhält. Sie werde regelmäßig von Wanderern und Touristen frequentiert und erziele sogar Erlöse in Höhe von rund 3000 Euro aus dem Verkauf von Karten, Broschüren und Führern. Ebenfalls als Erfolg werden die geführten Wanderungen gewertet, die jeweils in Neresheim, Nattheim und Dischingen stattfinden und insgesamt 130 Teilnehmer angelockt haben.

Die Vorstandschaft um den Vorsitzenden Norbert Bereska wurde in der Versammlung wiedergewählt.