Dischingen / Philipp Hruschka In Dischingen wurde Schülern der Egauschule Spaß und Interesse am Französischen vermittelt.

„Qu'est-ce que c'est?“ Margot Donadio schaut fragend in die Runde. In der Hand hält sie ein kleines Plastikschild, auf dem eine Banane abgebildet ist. Die vor ihr versammelten Schüler zögern nicht lange. Viele strecken ihre Hände in die Luft, um die Frage zu beantworten: Was ist das? „Banane?“ Das war einfach. Aber schon hat die Schülerin echtes Französisch gesprochen, ein schneller Erfolg.

Die Sprache unserer westlichen Nachbarn gilt vielen als ziemlich kompliziert, in der Aussprache wie in der korrekten Schreibweise.

Die Angst vor der Sprache nehmen

Damit sich trotzdem weniger Schüler abschrecken lassen, ist Margot Donadio an die Egauschule nach Dischingen gekommen. Sie ist eine von zwölf französischen Lektoren, die im Auftrag des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) mit dem France-Mobil in ganz Deutschland Schulen besuchen. Das DFJW arbeitet dabei unter anderem mit der Robert-Bosch-Stiftung sowie der Französischen Botschaft/Institut français zusammen. Den Schülern soll vor allem die Angst vor der Sprache genommen werden.

Die scheint in Dischingen bereits gänzlich verflogen zu sein: Die Fünftklässler sind sichtlich begeistert von der Unterrichtseinheit. Im nächsten Schuljahr haben sie mindestens ein halbes Jahr lang Französisch als Fremdsprache. Später werden die Schüler die Wahl zwischen Französisch, Technik sowie Alltagskultur, Ernährung, Soziales (AES) haben.

Zum Dabeibleiben motivieren

Da ist so ein Reinschnuppern genau das richtige, findet auch Französisch-Lehrerin Julia Spilek: „Zuletzt war Französisch etwas unbeliebter.“ Der Besuch von Margot Donadio, die im Anschluss an die fünfte auch noch die sechste Klasse besucht, soll auch motivieren, später dabei zu bleiben.

„Zuerst sind die meisten Gruppen schon eher vorsichtig. Aber normalerweise macht es den Schülern dann schnell Spaß und sie machen gut mit“, sagt Donadio. Die Lektorin ist 24 Jahre alt und stammt aus Toulon in Südfrankreich. Was hat sie dazu gebracht, mit dem France-Mobil auf Tour zu gehen? „Ich liebe Kinder“, sagt sie. Die jüngsten Altersgruppen seien ihr die liebsten. „Außerdem ist mir die deutsch-französische Freundschaft sehr wichtig.“

Banane oder Restaurant funktionieren

Zurück zum Unterricht: Die französische Aussprache klappt vor allem bei internationalen Wörtern wie Banane oder Restaurant schon ganz gut. Nur ab und zu muss Donadio korrigieren, manchmal rutscht auch die englische Aussprache mit hinein.

Die Lektorin stellt möglichst einfache Fragen. Wörter wie „Oui“ (Ja) und „Non“ (Nein) sind schnell erlernt und können direkt angewendet werden. Viele melden sich ohne Pause, betteln darum, nochmal an die Reihe zu kommen. Und als es am Ende noch ein Bonbon gibt, können alle Schüler schon höflich „Merci“ sagen: Danke!