Arzneimittel, vor allem aber auch Chemikalien bereiten den Verantwortlichen für den Betrieb der Kläranlagen bei der Wasserreinigung immer mehr Kopfzerbrechen. Wie das Abwasser so reinigen, dass es bedenkenlos der Natur zurückgegeben werden kann? Wo immer Zweckverbände tagen, reden Fachbüros mit, werden Erfahrungen ausgewertet. Zeichnet sich dann ein Lösungsweg ab, muss nachgerüstet werden. Darüber und über noch viel mehr wurde gesprochen, als der Abwasserzweckverband Härtsfeld im Betriebsgebäude der Sammelkläranlage in Dattenhausen tagte.

Verbandsvorsitzender Thomas Häfele und Geschäftsführer Martin Wenzel legten den Jahresbericht 2018 und den Haushaltsplan 2019 vor. 2018 belief sich der Etat auf ein Gesamtvolumen von rund zwei Millionen Euro. Der Verwaltungsetat erreichte 1,38 Millionen, der Vermögenshaushalt 618 000 Euro. Der Abschluss lag deutlich niedriger – im Verwaltungsetat bei 918 872 Euro. Dies wurde unter anderem damit begründet, dass nicht alle investiven Vorhaben erledigt werden konnten.

Im Vermögenshaushalt 2018 blieb der Zweckverband um 128 274 Euro hinter dem Ansatz. Deutlich günstiger kam der Anschluss von Ballmertshofen ans Großklärwerk Dattenhausen. Statt der 330 000 Euro wurden 280 969 Euro abgerechnet. Der Schuldenstand betrug zum 31. Dezember 2,77 Millionen Euro.

Udo Bäuerle vom gleichnamigen Büro aus Ellwangen ging auf die Betriebsergebnisse näher ein. Demnach wurden 2,5 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser auf der Kläranlage angeliefert. Ohne Fremdwasser wären es 1,4 Millionen. Damit liege Dattenhausen auf Vorjahresniveau. Durch Photovoltaik und Blockheizkraftwerk spare der Zweckverband beim Bezug von Fremdstrom. Der Stromverbrauch mit 580 000 Kilowattstunden im Jahr verringerte sich deshalb um 347 520 Kilowattstunden.

Anstehende Vorhaben

Diskutiert wurde aber auch über anstehende Bauvorhaben. Wegen zu hoher Angebotssummen sollen nun die 2018 zur Verwirklichung vorgesehene Rechen-Erneuerung am Sandfang, der Einbau eines Sandwäschers und die Sanierung der Kammerfilterpresse 2019 realisiert werden.

Nachdem die wasserrechtliche Genehmigung vorliegt, rückt der Anschluss der Kläranlage Katzenstein an Dattenhausen näher. Dafür muss nahe Katzenstein bei der Noch-Kläranlage ein Regenwasser-Überlaufbecken gebaut werden, ein weiteres Sammelbecken ist oberhalb Katzenstein an der Straßenkreuzung von Frickingen und Dunstelkingen erforderlich. Mit Baukosten von 1,1 Millionen Euro wird gerechnet. Die Landesszuschüsse hierfür seien bereits genehmigt, 800 000 Euro im Etat 2019 enthalten.

Eine kritische Wortmeldung kam von Anton Scherer (Dischingen) beim Thema Pumpwerk Osterhofen. Es muss erneuert werden und zudem verlangt der Stromversorger einen neuen, 110 000 Euro teuren Schaltschrank: „Wenn wir schon überall die Kosten minimieren wollen, kann man nicht einen Schaltschrank austauschen, der voll in Ordnung ist, nur weil es der Energieversorger verlangt.“ Thomas Häfele sicherte zu, bei nächster Gelegenheit im Verwaltungsrat darüber zu reden. Auch forderte Scherer ein, wegen des Phosphateintrags die verursachende Firma zur Kasse zu bitten. Genau darauf sei das Unternehmen hingewiesen worden, versicherte Udo Bäuerle.

Ohne weitere Aussprache im Detail beschloss die Versammlung den Haushaltsplan 2019 im Gesamtvolumen von 2,45 Millionen Euro. Für Investitionen wurde eine Kreditaufnahme von maximal 296 513 Euro genehmigt.