Dischingen / Laura Strahl In Dischingen hat erstmals ein Tiergottensdienst stattgefunden. Mit ihren Tieren feierten 70 Gottesdienstbesucher.

Manchmal muss man sich einfach mal was trauen. Im besten Fall wird man dann für seinen Mut belohnt – so wie das Team der Aktion Freunde schaffen Freude und die katholische Kirchengemeinde Dischingen. Ihren Tiersegnungsgottesdienst auf einer Wiese gegenüber der Begegnungsstätte Arche besuchten am Samstag 70 Personen, 27 Hunde, zwei Katzen und zwei Zergkaninchen. Die Frage, die sich „Freunde“-Vorsitzende Inge Grein-Feil im Vorfeld des ungewöhnlichen Gottesdienstes nicht nur einmal gestellt hatte – nämlich: „Kann man so etwas in Dischingen riskieren?“ –, hat sich also erübrigt. Man kann sehr wohl!

Idyllisch – und erstaunlich ruhig

„Berührend schön ist das. Ich bin sehr froh“, sagt Grein-Feil über das große Interesse am ersten Dischinger Gottesdienst dieser Art. „Das hätte ja auch peinlich werden können.“ Wohl auch deshalb hat es von der Idee bis zur Umsetzung einige Zeit gedauert: Bereits seit einer ähnlichen Veranstaltung im Heidenheimer Lokschuppen vor ein paar Jahren spielte Grein-Feil bereits mit dem Gedanken, sprach immer wieder mit Pfarrer Dietmar Horst über das Wann/Wie/Was.

Am Samstag folgte nun der Lohn für die Mühe: Pfarrer Horst betont in seiner Predigt die Verbundenheit von Menschen und Tieren, schließt genau wie Grein-Feil in ihrem Statement die Nutztiere ein, die vielfach in unwürdigen Verhältnissen leben und sterben müssen. All dem lauschen die Gottesdienstbesucher im Schatten von Obstbäumen, auf Bänken und auf Decken. Fast schon idyllisch – und sogar erstaunlich ruhig.

Fortsetzung ist schon geplant

„Am Anfang gab es ein bisschen Unruhe“, sagt Grein-Feil. Dann aber seien alle Tiere brav liegengeblieben, sogar dann, als der Musikverein Dischingen unter Leitung von Günter Maier lautstark loslegte. „Unglaublich“, findet Grein-Feil, übrigens auch das Engagement von Pfarrer Horst. „Er war völlig mutig!“ Denn: Jedes Tier – vom Hund in der Größe eines Kalbs bis zum blinden und tauben „Wauzi“ in Handtaschengröße – segnete und streichelte der Geistliche. Dazu ging er mit seinem Weihwasserkessel er durch die Reihen der Gäste aus dem Kreis Heidenheim und dem angrenzenden Bayern.

Wird es also eine Fortsetzung geben? „Ja, wir wollen im nächsten Jahr wieder einen Tiersegnungsgottesdienst feiern“, sagt Grein-Feil. Der Wunsch einer Wiederholung sei allseits bekundet worden. Beim gemütlichen Beisammensein inklusive musikalischer Zugabe sowie Speis und Trank bestand Gelegenheit dazu.