Klettern verboten

Was es mit den Steinen im Steinheimer Felsenmeer zu tun hat

Teile der Flora und Fauna im Wental sind bedroht und streng geschützt. Begrenzungen aus Stein sollen nun dafür sorgen, dass sich auch allzu überschwängliche Besucher an Betretungsverbote halten.

Mit Steinen ist neuerdings am Eingang des Felsenmeers eine größere Fläche, zu der auch etliche nicht allzu hohe Felsen zählen, für alle Besucher gesperrt worden. Damit reagiert das Regierungspräsidium Stuttgart auf fortwährende Missachtung der Vorschriften für das 2009 ausgewiesene Naturschutzgebiet.

Kaum war das nasse Wetter dieses Winters vorüber, nahm die Zahl der Wanderer und Besucher des Felsenmeers bei Steinheim wieder zu. Und auch die Zahl derer, die es besonders reizvoll finden, auf die unterschiedlich hohen Dolomitfelsen zu klettern. Genau das aber war schon lange dem Naturschutz ein großes Ärgernis, weil Flora und Fauna bedroht sind im Wental wie im Felsenmeer.

Weder zu Fuß, noch auf Rädern, noch auf vier Pfoten darf der Bereich betreten werden. Klaus-Dieter Kirschner

Das Kletterverbot ist Teil der Verordnung, mit der das Naturschutzgebiet Wental mit allen Seitentälern und die Feldinsel Klösterle 2009 in Kraft gesetzt wurde. Es soll die Vegetation auf den Felsen ebenso schützen wie kleine Lebewesen auf den Steinen oder unmittelbar rund um die Felsen. Geschützt sind vor allem im Wental auch die Buchenaltholzbestände. Reiter dürfen nur für sie ausgewiesene Wege nutzen.

Bedrohte Tier- und Pflanzenarten im Wental

Seit 2023 gehören Wental und Felsenmeer zum FFH-Gebiet Steinheimer Becken (es umfasst 3000 Hektar) und sind Teil des Unesco-Global-Geoparks Schwäbische Alb. Hier kommen 21 verschiedene Heuschreckenarten vor, 48 Tagfalter-Arten sowie 57 unterschiedliche Vogelarten wurden beobachtet und 460 Arten Gefäßpflanzen, von denen allein 26 extrem gefährdet sind. Viele dieser Spezies stehen auf der Roten Liste.

Besondere Pflanzen und auch Kleinlebewesen sollen die neuen Barrieren aus Steinen und streckenweise zusätzlichem Trassierband vor Menschen schützen, die von den reichlich vorhandenen Wegen im Naturschutzgebiet abweichen. Klar ist auch, dass dort Hunde an die Leine zu nehmen sind. Für alle Naherholungssuchenden sind Ruhebänke und sogar kleinere Feuerstellen vorhanden.

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