Nur zwölf Steinheimer Gemeinderäte waren dafür, neun dagegen und zwei enthielten sich: Es ging um die Vergabe von Planungsleistungen für die Umgestaltung mehrerer Straßenzüge rund um den Alten Rathausplatz. Auf der Prioritätenliste oben steht dabei die Ostheimerstraße, die von der Hauptstraße aus hoch Richtung Zehntstadel führt. „Als Zuwegung ist sie besonders wichtig“, erklärte Bürgermeister Holger Weise in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Gemeinderat Christoph Müller (Freie Wählervereinigung) war nicht einverstanden: „Ich sehe den Handlungsbedarf bei der Ostheimerstraße, aber die anderen Straßen sind jeweils ein ,Nice-to-have', das wir uns in den kommenden Jahren nicht leisten können.“ Wenn die Gemeinde die Vorhaben an sich nicht stemmen könne, dann könne sie sich auch die Planungen dafür sparen.
Bürgermeister Weise will Barrierefreiheit schaffen
Bürgermeister Weise sah das freilich anders: „Vor allem die Seitenbereiche der Hauptstraße müssen gemacht werden. Wir sind da alles andere als barrierefrei.“ Gerade für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger sei es wichtig, ohne Hindernisse in der Ortsmitte unterwegs sein zu können. Außerdem betonte Weise, dass man eine Förderung in Höhe von 60 Prozent bekomme.
Mechthild Freist-Dorr (Grüne/Unabhängige) hielt es zudem für sinnvoll, die Maßnahmen komplett zu planen, selbst wenn die Arbeiten nicht in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden könnten. Immerhin könne man dann in Zukunft von einer ganzheitlichen Planung profitieren.
Mathias Brodbeck (Freie Wählervereinigung) scheiterte knapp mit seinem Antrag, die Entscheidung zu vertagen, bis man sich noch einmal über die Haushaltsplanung beraten hat (elf pro, elf contra).
Das Ingenieurbüro Kolb wird nun mit den ersten Planungen für die verkehrstechnischen Anlagen im Sanierungsgebiet „Ortskern Ost II“ beauftragt. Das Honorar hierfür beträgt fast 36.000 Euro. Insgesamt sind für die Arbeiten 2,6 Millionen Euro vorgesehen.

