Ehrenamt

Neuer Chef bei der Steinheimer Feuerwehr: Markus Maier folgt auf Ulrich Weiler

Die Gesamtfeuerwehr Steinheim hat einen neuen Kommandanten: Markus Maier. Er folgt auf Ulrich Weiler, der das Amt 13 Jahre innehatte.

Ordentlich Sitzfleisch brauchte die 118 Feuerwehrleute und ihre Gäste jetzt bei der Generalversammlung der Steinheimer Feuerwehr in der Söhnstetter Seeberghalle. Fünf Stunden dauerte diesmal die Hauptversammlung. Das lag am komplizierten, vom Landesfeuerwehrgesetz so vorgegebenen Wahlverfahren. Selbst wenn es für einen Posten nur einen Bewerber gibt und der Führungsverantwortung übernehmen soll, muss geheim gewählt werden. Entsprechend lange zog sich die Stimmabgabe und noch viel länger die Auszählung der Stimmen hin. Spannend blieb das, bis nach zwei Stunden endlich Bürgermeister Holger Weise die Wahlergebnisse verkünden konnte: Die Gesamtfeuerwehr Steinheim hat einen neuen Kommandanten: Markus Maier. Er folgt auf Ulrich Weiler, der nach 13 Jahren nicht mehr angetreten war, aber zum Ehrenkommandanten ernannt wurde.

Weiler nach 13 Jahren nicht mehr angetreten

Bestätigt wurden Martin Prager als stellvertretender Hauptkommandant, Timo Neukamm als Abteilungskommandant Steinheim. Zu seinem Stellvertreter wurde Michael Dambacher gewählt. Einstimmig wiedergewählt wurden Jochen Göpggelmann als Abteilungskommandant Söhnstetten sowie Manuel Feichtenbeiner als sein Stellvertreter. Weitere fünf Jahre bleibt Jörg Bosch Abteilungskommandant an der Spitze der Wehr von Sontheim/Stubental. Eberhard Kieser bleibt Leiter der Altersabteilung. Als sein Stellvertreter wurde Manfred Stütz bestätigt. Nachdem der bisherige Schriftführer Markus Maier neuer Feuerwehr-Chef ist, wurde für ihn Lukas Dumberger gewählt. Im Vorfeld der Hauptversammlung hatten die 32 Jungs und Mädels der Jugendfeuerwehr Daniel Häberle als Jugendleiter und als dessen Stellvertreter Florian Maier wiedergewählt.

Der neue Kommandant, Markus Maier, muss noch vom Gemeinderat bestätigt werden. Foto: Feuerwehr

In seinem letzten Bericht hatte Kommandant Weiler eine stabile Personallage vermeldet: Die Gesamtwehr umfasst 118 Männer und Frauen in den Einsatzabteilungen: 66 Feuerwehrleute sind es in Steinheim; 37 in Söhnstetten und 15 in Sontheim. 35 Kameraden treffen sich in der Altersabteilung; 32 Mitglieder umfasst die Jugendfeuerwehr. Zahlreiche Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene wurden genutzt. Die Zahl von 57 Ernstfällen lag 2025 auf Vorjahresniveau. Bei sechs Ernstfällen musste Steinheim Überlandhilfe leisten mit dem Modul Wasser und Schlauch. Dabei geht es um die Sicherstellung der Wasserversorgung bei Großbränden über lange Wegstrecken.

Tagelang beschäftigt war die Feuerwehr mit allen Abteilungen und der Überlandhilfe Heidenheim beim Großfeuer eines landwirtschaftlichen Lagergebäudes im September am Fuße der Schäfhalde. 1000 mächtige Rundballen Stroh standen infolge Brandstiftung in Flammen und hinterließen einen Millionen-Schaden.

Eine Scheune bei Steinheim ist in der Nacht zum Mittwoch abgebrannt.

Scheune in Steinheim in der Nacht zum Mittwoch vollständig ausgebrannt

Die Feuerwehr ist seit Dienstagabend in Steinheim im Großeinsatz. Dort geriet eine Scheune in Brand, in der Stroh und Maschinen gelagert waren.
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Steinheim
Feuerwehreinsatz

Überlandhilfe war in sechs Fällen nötig

Wie Steinheims Abteilungskommandant Timo Neukamm in seinem Bericht ausführte, konnte die Wehr elf bedrohte oder verletzte Menschen retten. Bei zwei Menschen blieben alle Bemühungen vergeblich. Neukamm beleuchtete auch die sechs Überlandhilfen in Großkuchen, Mergelstetten und Zang. Besonders belastend sei ein tödlicher Unfall am Wirtshäusle gewesen, eine Bombendrohung in Sichtweite des Wirtshäusles und der schon erwähnte Großbrand am Fuße der Schäfhalde.

Daniel Häberle freute sich als Leiter der Jugendfeuerwehr auf die Gastgeberrolle beim Kreiszeltlager im kommenden Sommer auf dem Kirchberg und bat alle aktiven Kameraden um tatkräftige Mithilfe. Er beklagte aber auch, dass es derzeit einen Aufnahmestopp bei der Jugendfeuerwehr gebe und einige Interessierte nicht aufgenommen werden konnten.

Große Katastrophenübung im Oktober geplant

Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Thorsten Lauer, sprach zunächst über die Sorgen machende politische Großwetterlage und beklagte: „Offenbar zählt nun nur noch das Recht des Stärkeren“. Lauer mahnte: „Für den Frieden muss jeder täglich seinen Beitrag leisten.“ Für Krisen und Katastrophen würden Vorkehrungen getroffen. Vieles sei in der Planung. Was besprochen wurde, werde beispielsweise im Oktober bei einer breitangelegten Katastrophenübung getestet.

Kreisbrandmeister Michael Zimmermann sprach „von chaotischen Zuständen der Welt“, auf die reagiert würde: So müssten große Anstrengungen im zivilen Bevölkerungsschutz unternommen werden. Er würdigte die Leistungen der Feuerwehr Steinheim auch in ihrer Sonderaufgabe, bei Großbränden im gesamten Landkreis den Bedarf an Löschwasser sicherzustellen. Im Blick auf die Wahlen an diesem Abend schloss Zimmermann mit den Worten: „Es bricht eine neue Zeit in Steinheim an. Eine so tolle Wehr wie die Steinheimer muss hinter der neuen Führung stehen!“

Das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes überreichten Kreisbrandmeister Michael Zimmermann (rechts) und Hauptkommandant Ulrich Weiler (links) für 15 Dienstjahre an Christian Lotspeich (Zweiter von links). Den Orden für 25 Jahre bekamen Jörg Bosch (Dritter von links), Florian Kirschner (Dritter von rechts) und Michael Böttcher (Zweiter von rechts). Foto: Feuerwehr

Bürgermeister Weise betont die Bedeutung der Feuerwehr

Bürgermeister Holger Weise zog in seiner Rede einen Vergleich zwischen einer Fußballmannschaft und der Feuerwehr: Wenn eine Fußballmannschaft nicht spielfähig ist, ist das nicht weiter schlimm. Das ist schließlich ein Verein. Bei der Feuerwehr wäre das aber fatal. Geht es hier doch um Menschenleben und um Hab und Gut. Gemeinderat und Verwaltung würden daher finanziell für Ausbildung und Ausrüstung sorgen. 1,2 Millionen Euro koste (voraussichtlich) der Erweiterungsbau am Magazin Söhnstetten. In absehbarer Zeit werde das vorhandene Löschgruppenfahrzeug durch ein mittleres Löschfahrzeug ersetzt.

Zugführer Bernhard Haslanger wurde nach 45 Dienstjahren aus dem aktiven Dienst verabschiedet und durch Holger Weise zum Ehrenmitglied ernannt. Kreisbrandmeister Zimmermann überreichte im Namen von Innenminister Thomas Strobl Christian Lotspeich nach 15 Dienstjahren das Feuerwehrehrenzeichen in Bronze. Nach 25 Dienstjahren bekamen diesen Landesorden in Silber: Jörg Bosch, Florian Kirschner und Michael Böttcher.