„Goldhorizont“ eröffnet

Konni Rödner bietet Kreativtherapie auf dem elterlichen Biolandhof Mack in Sontheim/Stubental an

Auf dem Biolandhof Mack in Sontheim/Stubental bietet die Erzieherin Konni Rödner unter dem Namen „Goldhorizont“ Kreativkurse und Kunsttherapie für Kinder und Erwachsene an. Mit ihrem Ansatz verbindet die 43-Jährige Beziehungsarbeit, Kreativität und persönliche Entwicklung in naturnaher Umgebung.

Lichtdurchflutete Räume, der Blick in die Natur des Steinheimer Beckens und ein Gefühl von Freiheit empfangen Besucher beim Betreten des neu entstandenen Ateliers von Konni Rödner in Sontheim/Stubental. Die 43-jährige Erzieherin hat sich auf dem Hof ihrer Eltern, dem Biolandhof Mack, einen Raum geschaffen, in dem sie Kreativkurse und Kunsttherapie anbietet.

Ländlich aufgewachsen, zog es sie nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin schon früh in die Großstadt nach München. Dort arbeitete Konni Rödner in verschiedenen pädagogischen Bereichen: zunächst in einem sozialen Brennpunkt mit Schulkindern sowie jungen Müttern mit Gewalterfahrungen und psychischen Erkrankungen, später in Wald- und Naturkindergärten. In dieser Zeit spürte sie zunehmend, dass sie als gelernte Erzieherin an pädagogische Grenzen stieß. Ein Coaching Mitte 20 bestärkte sie darin, ihren Weg weiterzugehen. „Ich wünschte mir, dass Menschen ihre innere Stärke leben können und eigene Schwächen zu Potenzialen werden.“

Nebenberuflich absolvierte sie eine zertifizierte Ausbildung zur Farb- und Stilberaterin und bot Stilberatungen an. „Das Äußere ist eine Ausdrucksform von Kreativität und stärkt den Selbstwert, wenn man sich bewusst ist, wie einzigartig und schön man ist.“

Über Poetry findet Konni Rödner ihren Weg

In der „Rushhour“ ihres Lebens – Kinder, Umzug von München nach Rammingen, Hauskauf – begann Konni Rödner, Gedichte über die Themen zu schreiben, die sie bewegten. Das Poetry-Schreiben brachte sie dazu, ihrer Kreativität noch mehr Raum zu geben. Gleichzeitig blieb ihr wichtig, Kinder und Erwachsene auf ihrem Weg zur Selbstfindung zu begleiten und zu unterstützen.

In der Kreativtherapie fand sie diese Verbindung. Die Therapieform vereint Beziehungsarbeit und Kreativität. An einem Institut für Kunst und Therapie absolvierte sie berufsbegleitend eine zweijährige Ausbildung, die sie inzwischen erfolgreich abgeschlossen hat. Diese Qualifikation lässt sich gut mit ihrem Beruf als Erzieherin verknüpfen.

„Ich bin so glücklich, diesen Weg eingeschlagen zu haben, und ein Beziehungsmensch durch und durch“, sagt die Pädagogin. „Kleingruppenarbeit und Einzelförderung waren schon immer meine Passion.“

Kunsttherapeutisches Arbeiten ist für mich wie ein behutsames Begleiten durch unwegsames Gelände.

Konni Rödner, Erzieherin und Kunsttherapeutin

Die 43-Jährige ist überzeugt, dass in der Gesellschaft viel von jedem Einzelnen verlangt wird: „Wir sollen gut aussehen, mit der Masse schwimmen, im Beruf performen, Familie und Job vereinbaren – und Kinder sollen ins Schulsystem passen.“ Gleichzeitig beobachtet sie, dass viele Menschen beginnen, sich zu hinterfragen, zu handeln statt zu resignieren und die Seele als wichtigen Bestandteil der Gesundheit ernst zu nehmen. Viele seien bereit, neue Wege zu gehen, statt nur zu funktionieren. Für Konni Rödner ist es wichtig, Gefühle wahrzunehmen, sich ihrer bewusst zu werden, Traumata ernst zu nehmen und sich Unterstützung zu suchen. „Genau da möchte ich ein Puzzleteil sein: Persönlichkeiten wahrnehmen, Themen erkennen, empathisch unterstützen und auf dem Weg begleiten – auch Familien mit neurodivergenten Kindern, etwa im Autismus-Spektrum, mit ADHS, Hochbegabung oder Hochsensibilität.“

In der kunsttherapeutischen Arbeit gehe es darum, eigene Gefühle zu erkennen und Zusammenhänge mit der eigenen Biografie und aktuellen Situationen zu verstehen. „Kunsttherapeutisches Arbeiten ist für mich wie ein behutsames Begleiten durch unwegsames Gelände – Herz an Herz. Mein Gegenüber muss weder kreativ noch künstlerisch begabt sein.“

Mit diesen Materialien und Mitteln arbeitet Konni Rödner

Wichtig ist ihr der Hinweis, dass sie keine medizinische oder psychotherapeutische Therapie ersetzt und keine Diagnosen stellt. Sie versteht ihr Angebot jedoch als ergänzende Begleitung in einer bestimmten Lebensphase.

Neben Kunsttherapie bietet die dreifache Mutter Kreativkurse und Workshops für unterschiedliche Altersgruppen, Interessen und Bedürfnisse an. Materialien wie Speckstein, Wolle, Filz, Naturmaterialien, Ton, Holz und Farben kommen dabei ebenso zum Einsatz wie in der Kunsttherapie. „Wir erleben Kunst oft mit Bewertungen – dadurch leidet der künstlerische Ausdruck.“ Im Mittelpunkt stehe der Prozess, nicht das Endprodukt. Kunstwerke werden nicht interpretiert; jeder bestimmt selbst, welches Thema gerade im Vordergrund steht.

Im Kurs „Goldwert“ arbeitet sie beispielsweise mit Symbolen oder Charakterkarten, die für positive oder negative Gefühle stehen. Die Teilnehmenden gestalten in jeder Stunde ein eigenes Werk. Ziel sei es, gestärkt aus dem Kurs zu gehen und den eigenen Wert zu verinnerlichen. Kreativität helfe, Ressourcen, Stärken, Ziele und Träume zu entdecken und zu festigen. „Kreativität ist für mich Ausdruck von Schönheit und vom eigenen Ich.“

Informationen zum Kursangebot gibt es auf der Homepage „www.goldhorizont.de“

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