Viele kennen Hans Bösinger vor allem als Gemeinderat, der über Jahre hinweg für die Gruppierung SPD/Arbeitnehmerblock im Steinheimer Gremium saß, diskutierte und stritt. Mindestens genauso viele kennen ihn als engagierten Lehrer an der Hillerschule, wo er fast 40 Jahre lang an der Grundschule unterrichtete. Das allein ist aber nicht Grund für die Ehrung der Bürgerstiftung, die er nun bekommen hat: Hans Bösinger wurde vor allem für seinen Einsatz für andere ausgezeichnet.
„Ein hervorragender Grundschullehrer“
1948 geboren als Kind ungarischer Heimatvertriebener, wuchs Bösinger zunächst in Söhnstetten und dann in Steinheim auf. Von Anfang an spielte die Kirche für ihn eine wichtige Rolle. Als junger Erwachsener war er als Jugendleiter tätig. 1973 begann er seine Laufbahn als Lehrer an der Hillerschule. „Er war ein hervorragender Grundschullehrer“, bescheinigte ihm Rudolf Barthle von der Bürgerstiftung in seiner Laudatio. Er war selbst gemeinsam mit Bösinger an der Hillerschule als Lehrer und später Konrektor tätig.
Und auch Co-Laudatorin Andrea Maier hatte so ihre Erfahrungen mit Bösinger gemacht – allerdings als Schülerin: „Er sang regelmäßig in seinen Klassen, um den Unterricht aufzulockern.“ Dass er nicht der begnadetste Sänger sei, war dabei zweitrangig.
36 Jahre lang saß Hans Bösinger für die Fraktion SPD/Arbeitnehmerblock im Steinheimer Gemeinderat. „Dabei bekam er nicht nur Lob, sondern musste auch Beschimpfungen ertragen“, so Maier.
Auf der Suche nach Knochenmarkspendern
Um den Bau des neuen katholischen Gemeindehauses zu finanzieren, sammelte Bösinger Geld. Mit Erfolg: 1988 konnte es fertiggestellt werden. Mit seiner Theatergruppe erspielte er fast 100.000 Euro für gute, nicht nur kirchliche Zwecke und setzte sich mit viel Leidenschaft für Typisierungsaktionen der DKMS ein – nicht zuletzt für seinen an Knochenmarkkrebs erkrankten Fraktionskollegen Karl-Heinz Dilli. Für Dilli war leider kein passender Spender dabei, er starb 2015. Dafür konnte laut Barthle mehreren Menschen durch die Typisierungsaktionen geholfen und eine neue Chance geschenkt werden.
Hans Bösinger war sichtlich gerührt von der Ehrung der Bürgerstiftung. „All das, wofür ich heute geehrt worden bin, wäre nicht möglich gewesen ohne all die Menschen, die mitgeholfen haben.“ Er betonte, wie stolz und glücklich er darüber ist, Teil der Gemeinde und Gemeinschaft zu sein: „Ich danke dem Schicksal, dass ich in Steinheim leben darf.“

