„Traumfabrik“

Rapper Billity baut in Bergenweiler eine Gewerbehalle zu einer neuen Kulturstätte um

Der Rapper Billity baut in seinem Heimatort Bergenweiler eine ehemalige Gewerbehalle zu einer nagelneuen Kulturstätte um. In der „Traumfabrik“ soll es unter anderem Live-Musik und einen Cafébetrieb geben.

Bis vor Kurzem haben sich hier ausschließlich Felgen gedreht, schon bald kreisen dort vor allem Platten auf Turntables: Die Ölbergstraße in Bergenweiler soll schon bald über eine höchsteigene, neue Kulturstätte verfügen. Denn Rapper Billity, der aus dem Sontheimer Teilort stammt, will die frühere Werkstatthalle zu einer „Traumfabrik“ umgestalten. Live-Musik soll es dort geben, einen Cafébetrieb ebenso. Mitten in Bergenweiler.

Mit bürgerlichem Namen heißt Billity Tim Rothauszky. Er stammt aus Bergenweiler.

Zu Besuch in Bergenweiler bei Billity in seiner zukünftigen Kulturstätte Traumfabrik

Der Rapper Billity baut in seinem Heimatort Bergenweiler eine ehemalige Gewerbehalle zu einer nagelneuen Kulturstätte um. In der „Traumfabrik“ soll es unter anderem Live-Musik und einen Cafébetrieb geben.
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Bergenweiler
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Billitys Plan ist keinesfalls eine fixe Idee, sondern von langer Hand geplant. Während seiner Kindheit hat das Gelände samt Halle der Familie seines besten Freundes gehört, erzählt Billity, der mit bürgerlichem Namen Tim Rothauszky heißt. Katzenschutznetze sind seinerzeit an diesem Ort entstanden. Und Kindheitserinnerungen. „Wir haben schon 2014 darüber gesprochen, aus diesem Gebäude mal etwas mit Musik zu machen“, berichtet Billity.

Eigentlich habe er sich zunächst nur in einem der Räume einmieten wollen, um dort seine Musik aufzunehmen und zu produzieren. Inzwischen mietet Billity die gesamte Halle – und untervermietet einige der Räume. Petra Zieglers Änderungsschneiderei ist hier inzwischen ebenso eingezogen wie Thomas Klaiber mit seinem Fotostudio; bald soll zudem eine Außenstelle des Fitnessstudios Kraftraum Roggental dazukommen.

„Obwohl wir alle etwas Grundverschiedenes machen, gibt es trotzdem Synergien.“ Im Fotostudio entstehen etwa Billitys Albencover, in der Änderungsschneiderei wurden bereits so manche Last-Minute-Änderungen vor Live-Auftritten vorgenommen. Es ist genau dieser Synergien-Gedanke, der – wenn es nach Billity geht – das Konzept „Traumfabrik“ prägen soll.

Mit bürgerlichem Namen heißt Billity Tim Rothauszky. Er stammt aus Bergenweiler.
Mit bürgerlichem Namen heißt Billity Tim Rothauszky. Er stammt aus Bergenweiler. Foto: Rudi Penk

Cafébetrieb und Live-Musik in Bergenweiler

Der vordere Bereich der Halle dient formell als Vereinsheim des eingetragenen Vereins Traumfabrik. Hier soll ab März immer samstags ganztägig Kaffee ausgeschenkt werden, es gibt eine eigene Bar, eine Platte des Tages. „Kunst darf hier gerne her, Hip-Hop muss sogar“, sagt Billity und lacht. Es sei angedacht, eine kleine Bühne für Live-Auftritte aufzubauen, „auch, um Release-Partys zu feiern“. Generell sollen die Räumlichkeiten und im Sommer auch der Hofbereich vielfältig genutzt werden – von Public Viewing über eigene wie externe Kulturveranstaltungen bis hin zu Kursen. „Die ganze Community darf sich gerne mit eigenen Ideen für die Verwendung einbringen“, so der Rapper.

Für den Umbau wenden der 26-Jährige sowie seine Familie und sein Freundeskreis viel Zeit und Energie auf. Zeit, die Billity bald hauptberuflich einbringen will. Seinen Job bei einer Bank hat er gekündigt, ab April verschreibt sich der junge Mann voll und ganz der Musik und der Kultur.

Ein eigenes Tonstudio hat Billity in einem der Räume bereits eingerichtet.
Ein eigenes Tonstudio hat Billity in einem der Räume bereits eingerichtet. Foto: Rudi Penk

Bleibt nur die Frage: Warum gerade Bergenweiler? „Aus Prinzip!“, antwortet Billity. Er komme schließlich aus diesem Dorf und die an sich „absurde“ Idee, gerade hier eine Kulturstätte etablieren zu wollen, die habe Charme. „Neue Träume brauchen einen Ort, an dem sie umgesetzt werden.“ Warum nicht in einer „Traumfabrik“? Er hoffe natürlich darauf, so Billity, dass die Menschen die Kulturstätte annehmen werden. „Kommt einfach vorbei und werft einen Blick hinein“, lautet der Appell des Rappers. Vielleicht bekomme Bergenweiler dann ja einen Hauch von Hollywood – der originären „Traumfabrik“.

Tage der offenen Tür am 1. März

Offiziell eröffnet wird die „Traumfabrik“ an der Ölbergstraße 6-8 in Bergenweiler mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 1. März. Von 10 bis 17 Uhr können alle Interessierten einen Blick in die Räumlichkeiten der Halle werfen. Das Café und die Bar werden eingeweiht, zudem ist angedacht, dass es Live-Musik geben wird.