Die Deckungslücke im Ergebnishaushalt des Haushaltsplanes für das Jahr 2026 belief sich nach Kalkulation der Sontheimer Kämmerei auf insgesamt 424.470 Euro. Dieses Haushaltsloch konnte durch Einsparungen bei den Ausgaben, geringfügige Gebührensteigerungen sowie Verschiebungen bei investiven Maßnahmen fast gestopft werden. Mittlerweile sind nur noch 1700 Euro offen. Insgesamt hat der Ergebnishaushalt bei den Aufwendungen ein Volumen von 19,5 Millionen Euro.
Den Großteil der Deckungslücke schließt man in Sontheim durch den Aufschub von Investitionen in die Gebäudeunterhaltung, beispielsweise beim Schulzentrum, am Brenzer Schloss und beim zweiten Rettungsweg für das Alte Rathaus. Auf diese Weise hat die Verwaltung fast 200.000 Euro an Ausgaben für dieses Jahr gestrichen.
Die Büchereinutzung kostet zukünftig fünf Euro mehr, der Jahresbetrag steigt von zehn auf 15 Euro. Zudem sinkt im nächsten Schuljahr zum 1. September die Subvention für das Mensaessen der Schule von 1,94 Euro jetzt auf dann 1,50 Euro. Der Zuschuss zum Essen sei eine Sozialleistung, die man sich bewusst gönne, „weil wir der Meinung sind, dass jedes Schulkind die Gelegenheit haben sollte, an der Schule warm essen zu können“, so Bürgermeister Tobias Rief.
In Zukunft braucht es andere Lösungen
„Damit kommen wir hin in diesem Jahr“, urteilte er über die Sparmaßnahmen, „für das nächste Jahr müssen wir uns dann aber etwas Clevereres einfallen lassen“. Eine Ansicht, die auch SPD-Fraktionschef Reiner Lindenmayer teilt. Diesmal habe man es hoffentlich noch einmal geschafft, die Bürger – wenn auch „mit Hängen und Würgen“ – nicht allzu stark zu belasten. Mit Blick auf die mittelfristige Zukunft würden seine Bauchschmerzen allerdings nicht geringer, ergänzt Lindenmayer.
Gar nicht erst diskutiert, sondern gleich von der Themenliste gestrichen wurde im Gemeinderat die Idee der Verwaltung, die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten zu erhöhen. Dieser Vorschlag sei „zu spontan“ gemacht worden, so Reiner Lindenmayer. Zudem wäre der diskutierte Betrag in Höhe von 65 Euro pro Kind und Monat ein „Wahnsinnseinschnitt“ für viele Eltern gewesen, „das ist schon heftig“. Auch die geplante Streichung eines Zuschusses für das Dorffest wurde vom Gemeinderat abgelehnt.
Auch wenn man nun hoffentlich einen genehmigungsfähigen Haushalt aufgestellt habe, beginne die eigentliche Arbeit erst jetzt, ergänzte Lindenmayer. „Wir müssen uns in den nächsten Monaten auf den Hintern setzen und das eine oder andere aufarbeiten“. Dazu gehört beispielsweise, dass man von der Verwaltung bereits bis zum 30. Juni dieses Jahres strategische Vorschläge für die Finanzplanung des Haushaltsjahres 2027 erwartet. Er rechne diesbezüglich mit konkreten Vorschlägen, so Lindenmayer. Ein Vorgehen, das FWV-Fraktionschef Jonas Pürckhauer ausdrücklich unterstützte: An die nächste Haushaltsplanung müsse man mit „mehr Weitsicht“ herangehen.
Fehlende Abschlüsse konnten Folgen haben
Zudem wartet man im Gemeinderat sehnsüchtig auf Zahlen aus der Vergangenheit, wie die Eröffnungsbilanz oder die Rechnungsabschlüsse der letzten Jahre. Letztere sind nicht nur ein reines Zahlenwerk, sondern Voraussetzung zur Beantragung von Fördermitteln aus dem Ausgleichsstock. Gelder, die in den vergangenen Jahren reichlich Richtung Sontheim geflossen sind, „sechsstellige Beträge im Jahr, für das Feuerwehrgerätehaus sogar siebenstellig“, so FWV-Fraktionschef Jonas Pürckhauer.
Seiner Ansicht nach habe man pragmatisch sein müssen, um einen genehmigungsfähigen Haushalt aufstellen zu können, „den wir in zwei Wochen verabschieden können“. Pürckhauer lobte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Verwaltung für die zusammengetragenen Verschiebungen und Verbesserungen im Ergebnishaushalt. Die nun gefundenen Lösungsansätze würden der Bürgerschaft „nicht sonderlich oder gar nicht“ wehtun und die Auswirkungen im investiven Bereich seien relativ begrenzt. Die Verwaltung hätte es sich auch einfach machen und die Steuern erhöhen können, „da hätte es im Gemeinderat sicherlich großen Widerstand gegeben“.

Sontheims Gemeinderat beklagt fehlende Informationen durch die Verwaltung
Verschiebungen im Stellenplan
In den technischen Bereichen der Verwaltung wird die Gemeinde zwei für dieses Jahr geplante Stellenbesetzungen streichen: „Wir können damit leben, wenn die noch eine Weile unbesetzt bleiben“, so Tobias Rief. Im Bereich der Finanzverwaltung soll es allerdings einen Personalzuwachs geben, hier soll eine Stabsstelle geschaffen werden, das sei aus seiner Sicht „gut angelegtes Geld“ so FWV-Fraktionschef Jonas Pürckhauer. Damit will man auf den Umstand reagieren, dass noch immer die Jahresabschlüsse für den Kernhaushalt seit dem Jahr 2019 sowie die Eröffnungsbilanz fehlen. Da würde sich die Verwaltung nicht einfach etwas gönnen, „dazu sind wir regelrecht verdammt, weil wir sonst langfristig auf Fördermittel verzichten müssen“, so der Bürgermeister.
