258 Anklagepunkte

Hat ein Spediteur aus Sontheim seine Belegschaft zum pausenlosen Fahren gezwungen?

In einem Gerichtsverfahren gegen einen 57-jährigen Spediteur aus Sontheim steht Aussage gegen Aussage: Hat er seine Belegschaft dazu gezwungen, keine Pausen zu machen? Die Aussagen der zwölf Zeugen sind unterschiedlich:

Es sind schwere Vorwürfe, mit denen sich ein 57-jähriger Spediteur aus Sontheim an der Brenz vor dem Amtsgericht Heidenheim konfrontiert sieht. Seit mehreren Jahren läuft ein Verfahren gegen ihn. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in insgesamt 258 Fällen seine Fahrer dazu aufgefordert zu haben, unter Zeitdruck auf ihre gesetzlich vorgeschriebenen Pausen zu verzichten. Nach Aussagen ehemaliger Mitarbeiter habe dies zum Betriebsalltag gehört. Der Unternehmer habe die Touren selbst disponiert und die Fahrpläne minutengenau getaktet.

Wie sich nun am ersten Verhandlungstag vor dem Amtsgericht Heidenheim herausstellte, könnte die Anklage jedoch auf wackeligen Beinen stehen. Der Bericht des Hauptzollamtes Ulm, auf dem die Anklage basiert, ist nach Auffassung der Verteidigung nicht präzise genug erstellt worden, um eine Verurteilung zu begründen. Tatsächlich fielen die Aussagen der Zeugen vor Gericht deutlich unterschiedlich aus. Demnach muss sich der Angeklagte voraussichtlich nur noch wegen einer Reihe nicht dokumentierter Arbeitsaufträge verantworten, die mutmaßlich „schwarz“ abgewickelt wurden. Ein Urteil wurde nach dem ersten Verhandlungstag noch nicht gesprochen.