Arbeiten sollen im März beginnen

Bei Sanierung von Schloss Brenz könnte ein Amphitheater als Kleinkunstbühne entstehen

Nach langem Warten und größeren Verzögerungen steht der Beginn der Sanierung des stellenweise schwer beschädigten Schlosses Brenz in Sontheim kurz bevor.

Momentan warte man noch auf eine schriftliche Zusage für einen Zuschuss, teilt der Projektleiter der Sanierungsmaßnahme, Werner Stolz vom Giengener Büro DMS-Denkmalsanierungen, auf Anfrage mit. Sei das erfolgt, stehe der Sanierung des jahrhundertealten Baus nichts mehr im Wege, Mitte März könnte Baubeginn sein, so Stolz.

Im Januar hatte der Projektleiter im Sontheimer Gemeinderat das weitere Vorgehen und die geplanten Abläufe sowie die aktuelle Kostenentwicklung vorgestellt. Die Finanzierung der Sanierung von Schloss Brenz ist bereits seit dem vergangenen Frühjahr nahezu geklärt, Stand jetzt liegen die Kosten bei ungefähr einer Million Euro. Eine frühere Kalkulation war noch von Ausgaben in Höhe von etwa 1,2 Millionen Euro ausgegangen. Man habe aber bei den Planungskosten mehr als 200.000 Euro einsparen können, erläuterte Sontheims Bauamtsleiter Thomas Merkle.

Über vor Jahrzehnten aufgeschüttetes Erdreich ist im Laufe der Jahre permanent Regenwasser in das Schlossgemäuer eingesickert. Foto: René Rosin

Da im Zuge der Sanierungsmaßnahmen das Bodenniveau im Bereich des Burggrabens um etwa drei Meter abgesenkt werden muss, unterbreitete Stolz dem Gemeinderat auch gleich einen Vorschlag, wie dieses Areal zukünftig sinnvoll genutzt werden könne: Die Nutzung des Schlosses als Standesamt aufgreifend, schlug er vor, „eine Art Trauzone im Freien“ zu errichten, beispielsweise in Form eines kleinen Amphitheaters. Dieses könne man auch als Open-Air-Klassenzimmer oder als Kleinkunstbühne nutzen.

SPD-Fraktionschef Reiner Lindenmayer wollte vom Projektleiter wissen, ob die Außenarbeiten im Garten an der Südwestfassade des Schlosses notwendig seien. Werner Stolz erläuterte, dass dort vor Jahrzehnten problematische Aufschüttungen stattgefunden hätten, die seitdem Feuchtigkeit in das Mauerwerk des Schlosses eingetragen hätten. Wenn sich der Schaden also nicht wiederholen solle, „dann müssen wir schauen, dass wir das von außen trocken bekommen“.

Über Jahrzehnte unbemerkt eingedrungenes Wasser hat im Schloss große Schäden angerichtet, tragende Eichenbalken sind schwer in Mitleidenschaft gezogen. Foto: René Rosin

Die statischen Konzepte für die Schlosssanierung wurden bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 ausgearbeitet, sie wurden nach Angaben der Verwaltung im November mit der Landesdenkmalbehörde abgestimmt. Im November und Dezember vergangenen Jahres hatte die Sontheimer Verwaltung die Zimmerer- und Restauratorenarbeiten, die Putz- und Stuckarbeiten sowie die archäologische Baubegleitung ausgeschrieben. Im Januar dieses Jahres fanden dann die Submissionen für die einzelnen Gewerke statt.

Die Projektleitung liegt bereits seit Juli 2025 in den Händen von Werner Stolz, der im Landkreis Heidenheim bereits mehrere historische Sanierungen betreut hat, so die der Kapelle St. Leonhard in Bissingen oder der Kirche Sankt Georg in Auernheim.

Gemischte Finanzierung

Für die Finanzierung konnte man mehrere Fördertöpfe anzapfen. Vom Denkmalförderprogramm des Landes fließen 125.000 Euro, aus dem Ausgleichsstock 50.000 Euro, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gibt 100.000 Euro und aus dem Programm des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien kommen 210.000 Euro.