Im 17. Jahrhundert erbaut

Warum sich die Sanierung der Kirche St. Ulrich in Lontal nicht länger hinauszögern lässt

Eine der bemerkenswertesten Kirchen im Landkreis, St. Ulrich im Dorf Lontal, wird ab Oktober mit Gerüsten überzogen werden. Die Ursache dafür ist schon länger bekannt, jetzt lassen sich die Arbeiten nicht mehr hinauszögern.

Wenn das Dörflein Lontal eine Kirche hätte, die seiner Größe entspräche, so wäre eine Sanierung wohl eine Arbeit von wenigen Wochen. Aber Lonetal hat eben keine normale Kirche, sondern eine überraschend große und kunstvoll ausgestaltete. Ursprünglich zwischen 1603 und 1605 auf den Überresten eines älteren Gotteshauses erbaut, wurde der Innenraum von St. Ulrich im 19. Jahrhundert klassizistisch umgestaltet.

Heute ist eben dieser Innenraum in Gefahr, wie Vitus von Waldburg-Zeil, leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Lone-Brenz, erklärt. An einer blauen Linie, Teil der Wandbemalung an der Schnittstelle von Chor und Kirchenschiff, ist zu erkennen, was das Problem ist: Die Linie, die eigentlich gerade verlaufen sollte, macht in der Mitte einen kaum merkbaren Bogen nach unten.

Ein Anzeichen dafür, was Fachleute schon seit Längerem konstatieren: Die Dachkonstruktion verteilt ihr Gewicht nicht mehr wie vorgesehen auf die Außenwände, sondern immer mehr auch auf die Mitte des Gebäudes. Um auf lange Sicht Abhilfe zu schaffen, muss das Dach also abgedeckt und die Unterkonstruktion neu aufgerichtet werden.

Im Innenraum mit seinen Malereien aus dem 19. Jahrhundert lässt sich bei genauerem Hinschauen das Statikproblem der Kirche entdecken. Rudi Penk

„Wir machen hier alle fünf Jahre eine Bauschau, und es war immer klar, dass wir irgendwann eine Entscheidung treffen müssen“, sagt Waldburg-Zeil. Das habe der Kirchengemeinderat inzwischen getan, weshalb der erste Abschnitt der Arbeiten an St. Ulrich wohl im Oktober 2026 beginnen wird. Die eher ungewöhnliche Bauzeit über die Wintermonate erklärt sich durch die Präsenz einer seltenen Fledermausart, die das Dachgestühl während der wärmeren Monate aufsucht.

So wird das Gebäude das Winterhalbjahr über von Gerüsten umgeben sein, auch ein temporärer Schutz des Innenraums bei geöffnetem Dach wird nötig werden. Während dieser Zeit kann die Kirche, die aktuell immer samstags und sonntags geöffnet ist, wahrscheinlich nicht betreten werden. Auch die Gottesdienste, die normalerweise immer am letzten Sonntag im Monat hier stattfinden, müssen anderswo abgehalten werden.

PV-Anlage möglich

Waldburg-Zeil geht davon aus, dass die dann folgenden Außenarbeiten noch bis weit in den Sommer hinein andauern werden, die genaue Dauer ist noch nicht bekannt. Ebenfalls unklar ist im Moment, ob die Kirche eine PV-Anlage aufs Dach bekommen soll. Denn eigentlich sei das auch für kircheneigene Neu- und Umbauten inzwischen Pflicht, so Waldburg-Zeil, andererseits hätte die Kirche in Lontal nur wenig Nutzen vom produzierten Strom.

Für die reinen Sanierungsarbeiten wird jedenfalls mit Kosten von 960.000 Euro gerechnet. Der Betrag soll nicht in Gänze aus Mitteln der Kirche finanziert werden; so war zum Beispiel kürzlich zu hören, dass es 85.000 Euro aus der ersten Tranche des Denkmalförderprogramms 2026 für die Sanierung geben wird. Ebenfalls auf Mittel hofft Waldburg-Zeil von der Gemeinde Niederstotzingen, denn immerhin übernehme die Turmuhr der Kirche die Aufgabe der Zeiterbringung, also des öffentlichen Anzeigens der Uhrzeit.

Die Gemeinde Sontheim wird sich 2026 mit Haushaltsmitteln in Höhe von 25.000 Euro an der Finanzierung der Sanierung des Turmes der Brenzer Galluskirche beteiligen.

Gemeinde Sontheim/Brenz beteiligt sich nun doch an Sanierungskosten der Galluskirche

Die Gemeinde wird sich mit Mitteln aus dem eigenen Haushalt an den Kosten für die Sanierung des Turmes der Brenzer Galluskirche beteiligen.
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Sontheim/Brenz
Trotz Grundsatzentscheidung

Eine kurze Geschichte von St. Ulrich

Am Ort eines früheren, romanischen Kirchleins, wurde zwischen den Jahren 1603 und 1605 die Ulrichskirche im Auftrag von Johann Friedrich von Rietheim gebaut, zu dessen Ländereien auch die Kaltenburg gehörte. Eine besondere Prozession ging im Jahr 1723 von St. Ulrich aus: Die schwarze Madonna – eine Nachbildung des berühmten Gnadenbilds im Kloster Einsiedeln – wurde von Lontal nach Stetten gebracht, wo sie heute in der Wallfahrtskirche zu sehen ist.

Im Jahr 1821 gingen Kaltenburg und St. Ulrich an Carl Leopold von Maldeghem. Eine Erneuerung des Innenraums in Neu-Renaissance-Formen folgt 1880. Zwischen 1982 und 1983 werden das Kirchendach neu eingedeckt sowie der Glockenstuhl saniert und der Außenputz ausgebessert. In den beiden darauffolgenden Jahren wird zudem der Innenraum restauriert.

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