Vor mehr als drei Jahren wurde der Betrieb des Archäoparks am Vogelherd eingestellt, noch immer aber taucht er als Position im Haushaltsplan auf: 280.000 Euro wurden als Mittel eingestellt, weil noch nicht klar war, in welcher Höhe Rückzahlungsverpflichtungen wegen erhaltener Fördermittel auf die Stadt zukommen würden.

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Jetzt im März ist der Rückzahlungsbescheid eingegangen, wie Bürgermeister Marcus Bremer dem Gemeinderat mitteilte. Und damit steht fest, dass die Stadt einen Betrag von 182.600 Euro zurückbezahlen muss. „Die Vergangenheit kommt noch einmal auf uns zu“, kommentierte Bremer den Bescheid und die damit verbundene Belastung, begrüßte aber auch, dass damit jetzt das Kapitel Archäopark abgeschlossen werden könne.
Das tut schon weh.
Helmut Kircher, Fraktionsvorsitzender BWI
In dieser Haltung wurde die Nachricht auch vom Gremium aufgenommen. Er habe bis zuletzt die Hoffnung gehabt, dass die Rückzahlung erlassen werde, so Helmut Kircher, der Fraktionsvorsitzende der BWI. Es sei bedauerlich, dass die Investitionen an Geld, Zeit und Ehrenamt, die seitens Stadt und vieler Freiwilliger geleistet wurden, nicht in diesem Sinne gewürdigt worden seien: „Das tut schon weh.“ Damit herrsche jetzt aber auch Klarheit, und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Eröffnung des naturnahen Kindergartens am Vogelherd bevorstehe.
So sah es auch Bernd Hegele, der Fraktionsvorsitzende der CDU: „Das schmerzt zwar, aber wir können zuversichtlich nach vorne schauen“, war sein Kommentar mit Blick auf die „gute Folgenutzung“, die für das Gelände vorgenommen worden sei.

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Bürgermeister Marcus Bremer: „Eiszeit lebt weiter“
Der Betrag der Rückzahlung errechnet sich so: Insgesamt wurde für eine Zweckbindung von 15 Jahren von der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Archäoparks am 1. Mai 2013 bis zum 30.04.2028 Fördermittel von 747.000 Euro abgerufen. Die Zweckbindungsfrist wurde damit für 44 Monate von insgesamt 180 Monaten nicht eingehalten. Damit sind 44/180 des Zuwendungsbetrages zu erstatten, was dem Rückforderungsbetrag von 182.600 Euro entspricht. Zum Vergleich: In den Jahren des Betriebs hatte die Stadt jährlich mehr als 300.000 Euro für den Archäopark aufwenden müssen.
„Damit können wir nun die Vergangenheit ruhen lassen“, stellte Bremer abschließend fest, zumal das Welterbe ja weiterhin Bestand habe: „Die Eiszeit lebt am Vogelherd weiter“. Der neue naturnahe Kindergarten am Vogelherd sei vielversprechend und durchweg positiv aufgenommen worden, und es gebe auch bereits Nachfragen von Schulklassen für die Besichtigung der Weltkulturerbestätte. „Das sind alles gute Vorzeichen“.
Der Archäopark ist damit auch in finanzieller Hinsicht Geschichte und wird auch im Haushaltsplan nicht mehr herumgeistern müssen. Das bleibt dem neuen Kindergarten am Vogelherd vorbehalten, der ja am 7. April seinen Betrieb aufnehmen wird.

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