Wahl

Wie kann sich Nattheim entwickeln? Zehn Fragen an die zwei Bürgermeisterkandidaten

Am 8. März ist Bürgermeisterwahl in Nattheim. Mit Juliane Ulbert und Swen Profendiener gehen zwei Kandidaten ins Rennen. Welche Politik verfolgen sie? Zehn Fragen.

Nach mehr als 30 Jahren wird am 8. März in Nattheim der Bürgermeisterposten neu besetzt. Die Aalener Verwaltungsfachfrau und Amtsleiterin Juliane Ulbert (32) und der Schnaitheimer Verwaltungswirt und Geschäftsbereichsleiter Swen Profendiener (52) kandidieren um das Amt. Beide führen Wahlkampf, zeigen Präsenz vor Ort und möchten Nattheim in die Zukunft führen. Wer verfolgt welche Ziele? Welche Schwerpunkte wollen sie setzen? Wie kann es mit dem Ramensteinbad vorangehen – und wo und wie kann sich Nattheim weiterentwickeln? Zehn Fragen an die zwei Bürgermeisterkandidaten.

Gute Infrastruktur, Autobahnnähe, Wachstum: Nattheim steht ganz ordentlich da. Welche Potenziale sehen Sie für die Gemeinde?

Juliane Ulbert: Nattheim hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und verfügt über eine starke Basis. Darauf gilt es jetzt aufzubauen: mit der Sanierung des Ramensteinbads, einem aktiven Leerstandsmanagement, der gezielten Ansiedlung neuen Gewerbes sowie einer modernen, zukunftsfähigen Verwaltung.

Swen Profendiener: Potenzial sehe ich in einer stabilen Bevölkerungsentwicklung und einer hohen Lebensqualität – Familien und Berufspendler schätzen die Lage, das Angebot und die gute Anbindung. Wirtschaftlich besteht die Chance, kleine und mittlere Unternehmen weiter zu stärken und durch den Breitbandausbau digitale Arbeitsplätze, Start-ups und innovative Dienstleistungen zu fördern.

Kurs weiterfahren oder eigene Akzente setzen: Was möchten Sie in Nattheim konkret angehen, wo möchten Sie Schwerpunkte setzen?

Ulbert: Mein Leitmotiv lautet: Bewährtes erhalten und Neues gestalten. Ich stehe für eine zukunftsgerichtete Entwicklung und eine hohe Lebensqualität für alle Generationen. Vorbereitung auf den demografischen Wandel, langfristige und vorausschauende Planungen – etwa bei Begegnungsmöglichkeiten und Freizeitangeboten.

Profendiener: Ich setze den erfolgreichen Kurs fort und werde die Infrastruktur weiter kontinuierlich sanieren. Ein Schwerpunkt wird die Förderung des Ehrenamts und unseres gesellschaftlichen Miteinanders sein. Auch wenn die Sanierung des Ramensteinbades und die Ganztagsbetreuung unseren finanziellen Spielraum fordern, bleibt mein herausforderndes Ziel klar: Wir halten dieses hohe Niveau.

Wie wollen Sie Nattheim entwickeln, ohne den Bürgern und Unternehmen allzu hohe finanzielle Steuer- und Gebührenerhöhungen zuzumuten?

Ulbert: Ich werde gezielt Fördermittel von Land, Bund und EU nach Nattheim holen. Gleichzeitig braucht es die Ansiedlung neuen Gewerbes und eine klare Ausgabendisziplin. Durch regelmäßige Investitionen und energetische Sanierungen kommunaler Gebäude halten wir Folgekosten langfristig niedrig.

Profendiener: Wir prüfen unsere Ausgaben genau und generieren zusätzliche Einnahmen durch die konsequente Nutzung von Fördermöglichkeiten. Einwohnerzahl und Gewerbeansiedlungen bleiben wichtige Faktoren für eine finanzielle Basis. So können wir Investitionen realisieren und freiwillige Leistungen erhalten, ohne die Belastung zu erhöhen.

Können Sie fünf Bereiche nennen, die Ihre politische Agenda in den nächsten Jahren bestimmen werden?

Ulbert: Ehrenamt und Vereine – Austausch mit Vereinen stärken und neue Förderrichtlinien einführen. Ramensteinbad – energieeffiziente und zweckdienliche Sanierung für alle Generationen umsetzen. Treffpunkte für alle Generationen – Begegnung für Jugendliche, Familien und Seniorinnen/Senioren ermöglichen. Starke Infrastruktur und Ortsteile – Innenentwicklung priorisieren, Leerstände nutzen, Lebensqualität sichern. Bewährtes erhalten und Neues gestalten – Bestehendes sichern und die Digitalisierung konsequent voranbringen.

Profendiener: Diese fünf Themen stehen für mich im Fokus: Wir setzen die Ganztagsbetreuung an den Grundschulen mit den bewährten Modellen um. Wir halten die Infrastruktur instand, modernisieren Straßen sowie Kanäle und realisieren das Glasfasernetz. Wir schaffen Wohnraum für alle Generationen in allen Ortsteilen in unterschiedlichsten Wohnformen. Wir stärken den Zusammenhalt und unterstützen unsere Vereine und Organisationen weiterhin verlässlich, und wir sanieren das Ramensteinbad und sichern gleichzeitig alle notwendigen Investitionen.

Dauerbrenner Ramensteinbad: Die Sanierung steht seit Jahren auf der To-do-Liste der Gemeinde. Wie wollen Sie das anpacken?

Ulbert: Das Ramensteinbad muss unbedingt erhalten bleiben – als Treffpunkt für Jung und Alt und als wichtiges Freizeitangebot für die Gemeinde. Deshalb wird die Sanierung entschlossen angepackt, finanziert durch kombinierte Förderprogramme von Bund und Land. Dabei behalten wir den Aufwand im Blick, z. B. durch die Steigerung der Energieeffizienz.

Profendiener: Für das Ramensteinbad braucht es ein verlässliches, funktionales und mit dem Gemeinderat und betroffenen Vereinen und Organisationen abgestimmtes Konzept, in dem Schul- und Vereinsschwimmen, Kurse, Reha- und Gesundheitssport möglich sind. Auch Familien mit Kindern sollen sich wohlfühlen. Fördergelder von Bund und Land sind entscheidend und bestimmen auch Inhalt und Zeitplan.

Welche Zukunft hat die Wiesbühlschule?

Ulbert: Ich habe den Umbau der Wiesbühlschule zum Bildungszentrum aktiv mitgestaltet. Kindergarten, Volkshochschule und Grundschule unter einem Dach sind zukunftsweisend. Kinder sind unsere Zukunft – daher setze ich auf ständigen Dialog mit der Lehrerschaft und investiere in die bestmögliche Entwicklung.

Profendiener: Die Wiesbühlschule bleibt ein starker und attraktiver Standort. Wir verfolgen die Entwicklungen im Bildungssystem genau und reagieren rechtzeitig, wenn neue Modelle über die Grundschule hinaus möglich werden. Die enge Verbindung zu Kitas, Volkshochschule, Familienzentrum und Sportstätten ist und bleibt einzigartig, nicht nur im Landkreis.

Nattheim ist in den vergangenen zehn Jahren ordentlich gewachsen. Die große Erweiterung über den Bereich Riederberg ist abgeschlossen. Wie und wo kann sich Nattheim weiterentwickeln?

Ulbert: Durch den demografischen Wandel sind die Entwicklungen künftig anders als in den letzten zehn Jahren. Ich setze auf Innenentwicklung mit einem aktiven Leerstandsmanagement, das Wohnraum reaktiviert – zum Vermieten oder Verkaufen –, bevor neue Flächen auf der grünen Wiese erschlossen werden.

Profendiener: Nattheim muss sich sichtbar im Innenbereich und zugleich maßvoll an den Rändern weiterentwickeln. Dafür sollten gezielt Brach- und Freiflächen aktiviert werden. Ganz ohne neue Baugebiete wird es nicht gehen, wenn wir den tatsächlichen Bedarf decken wollen. Klar ist: Innen geht vor außen.

Wie möchten Sie die Zusammenarbeit mit den Teilorten gestalten?

Ulbert: Die Zusammenarbeit mit den Teilorten gestalte ich im engen Dialog. Ich setze mich für den Erhalt von Kindergarten und Schule ein. Gemeinsam wollen wir den Bedarf prüfen und schauen, wo es noch Lücken gibt – etwa in der Mobilität – und diese pragmatisch, zum Beispiel mit einem Mitfahrbänkle, schließen.

Profendiener: Der enge Austausch mit Bürgern, Vereinen und Ortschaftsrat ist wichtig. Von hier kommen Impulse und Ideen. Jeder Ortsteil hat einen eigenen Charakter, für den sich jeder Einsatz lohnt. Dafür brauchen wir engagierte Ortschaftsräte und aktive Vereine. Die Kinderbetreuung und Schulen in den Ortsteilen will ich erhalten.

Was macht Nattheim für Sie lebenswert?

Ulbert: Nattheim ist lebenswert, weil hier eine starke Gemeinschaft mit vielen engagierten Vereinen wirkt und für alle Generationen etwas geboten ist. Gute Einkaufsmöglichkeiten, ärztliche Versorgung und die Lage im Grünen zeigen die vielen Facetten des Ortes. Hier will ich als Bürgermeisterin leben und gestalten.

Profendiener: Nattheim ist lebenswert, weil hier Natur, ein entspanntes und dennoch vielseitiges Lebensumfeld sowie ein starkes Gemeinschaftsgefühl zusammenkommen. Vereine, Feste und ehrenamtliches Engagement sorgen für ein lebendiges Miteinander. Die Gemeinde verfügt über eine hervorragende Versorgung. Diese Mischung aus Lebensqualität und Zusammenhalt macht Nattheim besonders.

Sagen Sie es uns: Warum sind Sie der/die Richtige für Nattheim?

Ulbert: Ich stehe für frischen Wind und eine neue Generation kommunaler Führung. Ich kenne Nattheim aus meiner Zeit im Rathaus sehr gut und weiß, wie man die Gemeinde in eine gute Zukunft führt. Mein Ziel ist es, Nattheim langfristig zu begleiten und positiv zu gestalten.

Profendiener: Für einen Verwaltungsfachmann wie mich gibt es kaum einen schöneren Beruf, der so
passt wie der des Bürgermeisters in Nattheim. Ich bringe Erfahrung in Verwaltung und Ehrenamt mit. Initiative, Teamgeist und Führungsverantwortung sind mir in Fleisch und Blut übergegangen. Mein vielfältiges Netzwerk pflege ich intensiv und durch meine familiären Verbindungen kenne ich die Gemeinde und ihre Bürger sehr gut.

Juliane Ulbert möchte auf Norbert Bereska folgen und hat ihre Bewerbung in Nattheim abgegeben.

Juliane Ulbert möchte zurück nach Nattheim – als Bürgermeisterin

Mit Juliane Ulbert steht eine zweite Kandidatin für das Nattheimer Bürgermeisteramt fest. In der Härtsfeldgemeinde kennt man sie als frühere stellvertretende Hauptamtsleiterin.
more
Nattheim
Wahl am 8. März
Bürgermeisterwahl am 8. März: Swen Profendiener kandidiert in Nattheim.

Swen Profendiener will Nattheims Bürgermeister werden

Wenn in Nattheim am 8. März gewählt wird, steht auch Swen Profendieners Name auf dem Stimmzettel. Der 52-jährige Verwaltungswirt aus Heidenheim bewirbt sich um das Bürgermeisteramt.
more
Nattheim
Erster Kandidat