Seit dieser Woche ist bekannt: Nattheim stehen aus dem Sondervermögen für Infrastruktur des Bundes 4,1 Millionen Euro zu. Für den erst kürzlich andiskutierten Haushaltsplanentwurf für 2026 eröffnet diese finanzstarke Neuigkeit natürlich ungeahnte Spielräume für sanierungsbedürftige Gebäude. Auch über das kommende Jahr hinaus. „Wir haben intern schon Überlegungen angestellt, wie wir das Geld investieren könnten“, so Kämmerin Gudrun Schmid in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend. Was stellt man sich vor?
Ramensteinbad: Natürlich könnte man die gesamte Summe, also die 4,1 Millionen Euro, in die Sanierung des Nattheimer Schwimmbads stecken. Für kommendes Jahr aber ist noch kein Geld aus dem Sondervermögen im Etat vermerkt. Denn: Es gilt, eine Grundsatzentscheidung zu fällen. „Die Verwaltungsvorschrift Schulbau ist da“, erklärte Kämmerin Schmid. Im Rahmen dieses Förderprogramms, das allerdings nicht in Kombination mit dem Sondervermögen genutzt werden darf, können Gemeinden 16.500 Euro pro schulisch genutzten Quadratmeter Wasser erhalten. Für das Ramensteinbad wären das mehr als fünf Millionen Euro. Allerdings nur im unwahrscheinlichen Fall. „Insgesamt sind 60 Millionen Euro verfügbar“, sagte Schmid. „Und es gibt ja auch noch andere Bäder im Land.“
Ramensteinhalle: Auch sie ist in die Jahre gekommen. Immer wieder gehen im Rathaus Beschwerden ein. Zu heiß, zu kalt, zu alt. Eine Sanierung im kommenden Jahr wäre aus Sicht von Verwaltung und des Gemeinderats aber auch mit dem neuen Sondervermögen nur schwerlich zu schaffen. „Wir müssen alle Beteiligten miteinbeziehen“, machte Schmid deutlich. Zu klären sei etwa die Frage, welche Hülsen und Linien von den Sportlern noch gebraucht werden. Bis 2027, so der Konsens in der Gemeinderatssitzung, will man nun die Rahmenbedingungen für eine umfassende Sanierung schaffen. Eingeplant sind dann 500.000 Euro aus dem Sondervermögen.
Turnhallen Fleinheim und Auernheim: Beim Vorschlag der Verwaltung, beide Hallen 2028 anzugehen, wollte der Gemeinderat nicht mitgehen. Für Auernheim liege ja bereits ein Planungskonzept vor, so Wolfgang Bernhard (BWV/CDU). Man schlage daher vor, die weitere Sanierung der Turnhalle bereits im Jahr 2026 anzupeilen. Die Fleinheimer Sportstätte könne dann folgen, wenn es in Auernheim laufe, so der Vorschlag von Gemeinderat Tobias Albrecht (BWV/CDU).
Grill- und Wachshütte: Auch die geplante Sanierung der Hütte beim Sportplatz Tal könnte über das neue Geld aus dem Sondervermögen finanziert werden. 200.000 Euro sind dafür im kommenden Jahr angedacht.
Rathaus: Hier haben die Fenster dringend eine Sanierung nötig. 250.000 Euro sind für 2026 vorgesehen.
Was sich im Nattheimer Haushaltsplan für 2026 sonst noch geändert hat
Der Gemeinderat hat weitere Änderungswünsche für den vor zwei Wochen eingebrachten Haushaltsplanentwurf für 2026 vorgebracht. Dazu zählt etwa die Erhöhung der Summe, die für den Zukauf von Grundstücken ausgegeben werden soll. 500.000 Euro sind hierfür nun vorgesehen. „Wir sind der Meinung, wir müssen im gewerblichen Bereich vorwärtskommen“, begründete Wolfgang Bernhard. Schließlich könne man auch nur dann Geld einnehmen, wenn man selbige verkaufe.
Um 30.000 Euro erhöht wurden die Ausgaben für den Hochwasserschutz in Steinweiler. Für den dort vorgesehenen Damm sind damit nun 250.000 Euro eingeplant. In den kommenden Jahren soll weiter Geld in den Hochwasser- und Katastrophenschutz fließen, etwa in den Schutz des Riederbergs vor Starkregenereignissen oder die Ertüchtigung der Ramensteinhalle für Notfälle. Den angedachten Anbau an die Ramensteinhalle (250.000 Euro) hat das Gremium erst einmal auf 2029 verschoben. Das Sondervermögen kann für diese Vorhaben nicht verwendet werden, da es nur für die Sanierung bereits bestehender Infrastruktur gedacht ist.