Technobeats, selbst gebaute Bühnenbilder, Festival-Atmosphäre. Seit über acht Jahren gibt es das 2Takt-Festival, das vom 2Takt-Kollektiv organisiert und ins Leben gerufen wurde. Nun kündigte das Künstlerkollektiv kürzlich auf Instagram einige Veränderungen an. Von der „absoluten Kapazitätsgrenze“ und einer „Crew, die auf dem Zahnfleisch läuft“, ist in dem Beitrag die Rede. Das Festival sei in allen Bereichen gewachsen, organisatorisch, finanziell und personell, was viel Aufwand, viele Ausgaben und viel Einsatz erfordere. Doch was genau soll sich künftig ändern, und was bleibt bestehen?
Was als eher kleines Festival-Projekt begann, ist über die Jahre immer größer geworden. Waren beim ersten Event geschätzt einige hundert Menschen vor Ort, zog das Festival im vergangenen Jahr bereits um die 3000 Besucher an. Das 2Takt ist zu einem Höhepunkt für jeden Techno-Fan, nicht nur aus Heidenheim, sondern auch weit über die Grenzen des Landkreises hinaus, geworden. Trotz dieser Entwicklung ist sich das 2Takt-Kollektiv in seinen Grundzügen und der ursprünglichen Idee stets treu geblieben.

Wie es das 2Takt-Festival bei Fleinheim geschafft hat, immer weiterzuwachsen
Die Hauptorganisation des Techno-Festivals liegt in den Händen eines kleinen, eng zusammenarbeitenden Teams. Die Arbeit für dieses beginnt dabei nicht erst wenige Wochen vor dem Festival, sondern zieht sich über das gesamte Jahr. In der besonders intensiven Phase kurz vor der Veranstaltung kämen schnell Arbeitsstunden im Umfang einer Teilzeitstelle zusammen, berichtet Reika Novak, Pressesprecherin des 2Takt-Kollektivs. „Viele Helfer, auch von außerhalb, nehmen dafür sogar einen Großteil ihres Jahresurlaubs, um bei Organisation, Auf- und Abbau zu helfen.“
Zunächst eine klare Message von Novak im Gespräch mit der HZ: Am Grundgerüst des Festivals und an seinem charakteristischen Feeling solle sich nichts ändern. Vielmehr gehe es darum, Abläufe künftig nicht zwangsläufig kleiner, sondern vielmehr smarter zu gestalten. „Smart“ sei dabei das zentrale Stichwort: durchdacht, effizient, nachhaltig und entlastend.

Der besondere Vibe des Festivals bleibt
Die wohl größten Veränderungen dieses Jahr: Die Main Stage wird es so nicht mehr geben und auch die verschiedenen Ticketphasen werden abgeschafft. Obwohl erfahrungsgemäß viele Tickets, teilweise sogar der Hauptschwung, in den späten, höherpreisigen Phasen, verkauft wurden, gibt es dieses Jahr nur noch einen gleichbleibenden Preis.
Auch die Anzahl der Tickets soll insgesamt reduziert werden. Ein genaues Kontingent gibt es bislang noch nicht. „Aber wir wollen eher wieder in den Bereich von etwa 1500 Leuten, wie noch vor ein paar Jahren, maximal 1800.“ Ohne die Main Stage wird es also definitiv zwei Bühnen geben, das stehe bereits fest. Die Option auf eine dritte Bühne, eventuell in Kollaboration mit einem anderen Kollektiv, stehe aktuell noch in den Sternen.
Man soll sich begegnen. Wege sollen kürzer, Community spürbar sein.
Reika Novak, Pressesprecherin des 2Takt-Kollektivs
Außerdem wird angekündigt, dass es keine teuren Headliner mehr geben wird. „Wir sind überzeugt davon, dass es genügend tolle und individuelle Künstler in der Region, aber auch durch Verbindungen mit anderen Kollektiven gibt, die auftreten.“ Die Ausgaben hierfür seien zudem enorm gewesen.
Das Engagement des Organisations- und Helferteams solle freiwillig bleiben und vor allem Spaß machen. Gleichzeitig geht dieses aber unweigerlich mit einer großen Verantwortung einher: die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher, ausreichend Platz, Versorgung und eine angenehme Atmosphäre. Dieser Anspruch bedeute einen erheblichen organisatorischen Aufwand, welcher vom Kollektiv und allen Helfenden seit jeher ehrenamtlich getragen werde.
Zwischen Wachstum und Belastungsgrenze
Die angekündigten Veränderungen kommen also keineswegs aus dem Nichts. Schon die Abschaffung individueller Mottos im vergangenen Jahr sei aus einem ähnlichen Gedanken heraus entstanden. Stattdessen setzt das Festival inzwischen auf eine feste visuelle Identität – auch aus nachhaltigen Gründen. Die Dekoration wird stets wiederverwendet, recycelt und weiterentwickelt. Bereits 2024 sagte Novak, dass der Charakter des Festivals nur bis zu einer bestimmten Besucherzahl zu halten sei.

Was beim 2Takt-Festival 2025 alles neu ist – und was sich bewährt hat
Ein weiterer Punkt ist die Sicherheit, insbesondere im Zusammenhang mit K.-o.-Tropfen. Im vergangenen Jahr wurde Wochen nach der Veranstaltung der Verdacht auf einen Fall von sexueller Belästigung in Verbindung mit dem Einsatz von K.-o.-Tropfen bekannt. Konkrete Beweise lagen jedoch nicht vor. Das 2Takt-Kollektiv betonte damals, solche Meldungen sehr ernst zu nehmen. Ein Awareness-Team besteht bereits, soll jedoch erweitert und durch zusätzliche Maßnahmen ergänzt werden.

K.-o.-Tropfen und sexuelle Übergriffe beim 2Takt-Festival? Whild Stage bezieht Position in Instagram-Post
Also: Viel Bewährtes bleibt. Die Location in Fleinheim ebenso wie der Charakter des 2Takt, der das Event schlussendlich ausmacht. „Man soll sich begegnen, die Wege sollen kürzer sein, Community soll spürbar sein“, heißt es im Post auf Instagram. Natürlich soll aber auch das Team entlastet werden. „Es geht hier keinesfalls darum, dass etwas schlecht gelaufen ist. Das sind alles durchdachte Entscheidungen“, sagt Novak. So soll das 2Takt auch künftig ein Ort bleiben, an dem man sich begegnet, wohlfühlt und genau jene besondere Atmosphäre erlebt, die das Festival seit Jahren prägt.
Vorverkauf des 2Takt 2026 hat bereits gestartet
Das 2Takt-Festival findet dieses Jahr vom 21. bis 23. August in Fleinheim statt. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Tickets gibt es unter 2takt-festival.de. Das Lineup für dieses Jahr wird noch bekannt gegeben.


