Nach 13 Monaten Bauzeit

Die neue Rettungswache in Nattheim ist in Betrieb

Im Dezember 2024 war Spatenstich, jetzt wurde die neue Rettungswache am Nattheimer Wolfsbühlweg feierlich eingeweiht. Seit Donnerstag ist sie in Betrieb.

Knapp mehr als ein Jahr haben die Bauarbeiten an der neuen Nattheimer Rettungswache gedauert. Die Geschichte reicht allerdings weiter zurück – viel weiter: Noch in den 1990er-Jahren war vorgesehen, direkt neben der Martinskirche eine Feuerwache zu errichten. Der damals frisch gewählte Bürgermeister Norbert Bereska kippte 1994 die Pläne; die Wache entstand stattdessen am Wolfsbühlweg, wo auch die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes über die vergangenen Jahre hinweg quasi Untermieter waren.

Dieses Kapitel, das Bereska kurz nach Beginn seiner Amtszeit 1994 begonnen hatte, konnte er nun wenige Monate vor seinem Ruhestand auch endgültig abschließen. Entsprechend groß war seine Freude bei der offiziellen Einweihungsfeier: „Dieser Tag ist ein Meilenstein, nicht nur für das DRK, sondern auch für uns als Gemeinde.“

Unser Grundsatz ist immer das Helfen, nicht der Profit.

Barbara Bosch, Präsidentin des DRK-Landesverbands

Unterstrichen wurde das durch die Anwesenheit der Präsidentin des DRK-Landesverbands, Barbara Bosch, die speziell für die Feier nach Nattheim gekommen war und in ihrer Rede die zentrale Rolle des Deutschen Roten Kreuzes unterstrich: Etwa 80 Prozent aller Rettungseinsätze würden von Einsatzkräften des DRK geleistet. „Unser Grundsatz ist immer das Helfen, nicht der Profit.“ Nicht zu vergessen seien neben den Hauptamtlichen auch all die geschulten Ehrenamtlichen, die sich in den Helfer-vor-Ort-Gruppen oder in der Krisenintervention engagieren. Angesichts des Klimawandels und der weltpolitischen Lage stehe das DRK in Zukunft vor großen Herausforderungen und sei gerade beim Katastrophenschutz ein wichtiger Baustein. Bosch plädierte zudem für einen weiteren Ausbau der Infrastruktur: „Weniger Kliniken bei kürzeren Rettungsfristen bedeutet automatisch mehr Rettungswachen.“

Barbara Bosch ist die Präsidentin des DRK-Landesverbands. Foto: Carolin Wöhrle

Heidenheims Bürgermeisterin Simone Maiwald ist Präsidentin des DRK-Kreisverbandes. In dieser Funktion sprach auch sie von einem „Meilenstein“, vor allem für die Menschen im östlichen Teil des Landkreises, die sich auf eine zuverlässige Versorgung im Notfall verlassen können müssen. „Der heutige Anlass ist das Ergebnis einer klaren und notwendigen Entscheidung“, so Maiwald. Um die gesetzlichen Hilfsfristen im östlichen Landkreis zuverlässig erfüllen zu können, habe der zuständige Bereichsausschuss beschlossen, in Nattheim ab 2021 einen zusätzlichen Rettungswagen-Standort einzurichten. Die Testphase habe schnell gezeigt, dass „der Standort Nattheim als ein dauerhaft notwendiger Baustein für die rettungsdienstliche Versorgung unserer Region notwendig und unverzichtbar ist“. Da die Feuerwehr aber eben keine Rettungswache sei, sei ein geeignetes Gebäude notwendig.

Landrat Peter Polta: „Wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge“

Auch Landrat Peter Polta war nach Nattheim zur Einweihung der Rettungswache gekommen, für ihn „nicht nur ein Gebäude aus Beton und Stahl“, sondern vor allem ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge. Den drei Rettungskräften, die künftig viel Zeit dort verbringen werden, wünschte er, dass es ein Ort sein möge, an dem sie sich ausruhen und nach ihren Einsätzen wieder zu Kräften kommen können.

Umkleiden, Duschen, Ruheräume, Küche und Gemeinschaftsraum: Die Wache hat alles, um den Rettungskräften ihren Dienst zu erleichtern. Foto: Carolin Wöhrle

David Richter, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes Ulm-Heidenheim, versicherte zudem, dass die Wache in absehbarer Zeit auch nachts durchgängig besetzt sein werde. Beim Bau an sich „lief nicht alles glatt, aber bei welchem Bauvorhaben tut es das schon?“

Für die Menschen im Umkreis jedenfalls bleibt nun das gute Gefühl, dass im Notfall entsprechende Hilfe nur wenige Minuten entfernt ist.

Nachhaltige Bauweise

Nahezu im Zeitplan verliefen die Arbeiten an der Rettungswache in Nattheim. Was den Kostenplan anbelangt, wird man voraussichtlich sogar unter den angepeilten 2,4 Millionen Euro bleiben. Die neue Rettungswache ist, abgesehen von der Fahrzeughalle, in Holzbauweise errichtet worden und wird über eine Wärmepumpe sowie über eine Photovoltaikanlage mit Energie versorgt.