Seit 75 Jahren besteht der Eisenbahn-Amateur-Club Oberkochen in diesem Jahr. Grund genug, dieses Jubiläum am 12. und 13. September jeweils von 10.30 bis 17 Uhr mit vielen Gästen im Vereinsheim hinter dem Bahnhof zu feiern. Derzeit steckt das Team noch in den Vorbereitungen auf das Jubiläumswochenende.
Ursprung in Heidenheim
Seinen Ursprung hat der Verein eigentlich in Heidenheim. Dort wurde am 5. April 1951 in der Gastwirtschaft „Zur Eisenbahn“ der „Modell-Eisenbahn-Club Heidenheim“ offiziell gegründet. Praktisch gleichzeitig entstand in Oberkochen bei der Firma Zeiss ein firmeninterner Club. Dieser wurde aber bereits im Mai 1951 wieder aufgelöst, um eine Konkurrenz zu vermeiden. Die meisten Oberkochener Mitglieder schlossen sich dem Heidenheimer Verein an. 1952 begann man mit dem Bau der ersten Anlage mit rund fünf Metern Länge, welche 1953 öffentlich vorgestellt wurde. Der Verein vergrößerte sich in der Folge und bekam eine weitere Sektion in Aalen, hatte 1954 dann 62 Mitglieder und war einer der größten Vereine Deutschlands.

Am 20. Januar 1957 benannte man sich in „Eisenbahn-Amateur-Club Oberkochen“ um. In den Jahren danach wurden größere Modellbahnen mit Nachbildungen von bekannten Bahnhöfen, einem Containerhafen mit Verladekränen und anderem mehr gebaut. Damit erregte der Verein überregional Aufsehen und die Mitglieder tourten in den 1970er- und 1980er-Jahren mit einer transportablen Bahn mit rund 120 Quadratmetern durch Deutschland und sogar ins benachbarte Ausland. Die Deutsche Bundesbahn stellte dem Verein damals auch das heutige Vereinsheim auf das Gelände hinter dem Oberkochener Bahnhof. In der Folge nahm der Verein eine wechselhafte Entwicklung. Ziel war aber immer, die Anlagen technisch und von der Optik her weiterzuentwickeln und Nachwuchs für den Verein zu gewinnen.
Berge, Dörfer und vieles mehr
Heute hat der Verein 25 Mitglieder, Vorsitzender ist seit 2013 Hermann Eiberger. „Wir haben immer viele Ideen, die wir auch versuchen, umzusetzen“, sagt der 63-Jährige, selbst seit rund 40 Jahren im Verein. So bastelt derzeit ein Teil der Mitglieder wieder an der rund 17 mal 8 Meter großen Anlage in der Halle. Jedes Jahr werden Modellbahn-Börsen organisiert. Stolz ist man auf die seit 2008 selbst entwickelte Steuerung der Anlage. Die Kontrolle übernimmt hier ein Computer mit entsprechendem Gleisbild. „Bis zu 40 Züge können gleichzeitig auf der Anlage laufen, teils im Schattenbahnhof oder auf Abstellgleisen versteckt“, sagt Eiberger.
In naher Zukunft sollen viele Häuser, der Bahnhof sowie die Straßen eine Beleuchtung erhalten. Beeindruckend ist das detailgetreue Landschaftsbild mit Bergen, Bäumen, Dörfern, Straßenbahn, Straßen und Autos, einem Campingplatz, einer Kirmes, einer Westernstadt und anderem mehr. Zum Jubiläum bastelt Modellbauerin Ursula Raichle, die Ehefrau des Vorsitzenden, an einem Steinbruch mit dargestellter Dino-Grabung. „Sie gestaltet die Anlage unglaublich detailverliebt und mit sehr viel Geduld“, freut sich der Vorsitzende. Was er sich wünscht, sind junge Mitglieder mit Interesse am Modellbau. „Es macht Spaß, man kann kreativ sein und in der Gemeinschaft einiges erreichen“, sagt er.
Am Jubiläumswochenende wird die Anlage im Betrieb zu sehen sein, für die Besucher gibt es da viel zu entdecken. Dazu werden die Vitrinen mit unzähligen Zug- und Wagenmodellen des Vereins zu sehen sein, ebenso einige beeindruckende Schiffsmodelle. Die Besucher erhalten Einblick in die Werkstatt des Vereins. Dazu kann man Modelle bei einer Börse erstehen. Für die Kleinen werden Kinderschminken und eine Bastelecke angeboten. Auch für Bewirtung ist bestens gesorgt.
