Geschäftsjahr 2025

Warum die Hensoldt-Gruppe Prognosen teilweise übertroffen hat und wie Aktionäre profitieren

Wie hat der Sensor- und Optronic-Hersteller Hensoldt im Jahr 2025 abgeschnitten? Jetzt liegen die Zahlen vor. Fazit: Es läuft gut. Davon sollen jetzt auch die Aktionäre profitieren.

Die Prognosen fürs Geschäftsjahr 2025 waren gut. Aber wurden sie auch erfüllt? Wie die Hensoldt-Gruppe jetzt bekannt gegeben hat, kann das vergangene Jahr als Erfolg verbucht werden. Die getroffenen Prognosen habe man voll erfüllt – teilweise sogar übertroffen. „Die positive Geschäftsentwicklung bestätigt die starke Wettbewerbsposition des Unternehmens im europäischen Markt für Verteidigungselektronik“, heißt es in einer Mitteilung des auch in Oberkochen ansässigen Unternehmens.

Hensoldt stattet unter anderem den Schakal mit digitalen Sichtsystemen aus.

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Zu den Zahlen: Der Auftragseingang lag 2025 bei 4,7 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2024 ist das eine Steigerung um 62 Prozent (Vorjahr: 2,9 Millionen Euro). Damit erhöhte sich der Auftragsbestand um ein Drittel auf 8,8 Millionen Euro (6,6 Millionen Euro). Der Umsatz stieg um knapp zehn Prozent auf 2,4 Millionen Euro (2,2 Millionen Euro). Hensoldt selbst ordnet die Zahlen so ein: Trotz verschiedener, operativer Transformationsinitiativen, die die Grundlage für künftiges Wachstum bilden, habe man Aufträge stabil in die Umsetzung von Projekten und Lieferungen überführen können. Das auf 1,9x angestiegene Book-to-Bill-Verhältnis, das das Verhältnis zwischen Aufträgen und Umsatz darstellt, unterstreiche die strukturelle Nachfragebeschleunigung und lege die Basis für weiteres Wachstum.

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Aufträge für Luftverteidigungsradare, Luchs und Leopard

Die Profitabilität habe man ebenfalls steigern können: Das bereinigte EBITDA, also das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, wuchs auf 452 Millionen Euro an (405 Millionen Euro). Der bereinigte Free Cashflow, der die liquiden Mittel nach Abzug aller Kosten zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs darstellt, lag bei 347 Millionen Euro. Der Nettoverschuldungsgrad lag mit 1,6x auf einem niedrigen Niveau, unverändert zum Vorjahr. Der deutlichen Zunahme freier Liquidität hätten hier höhere Leasingverbindlichkeiten im Zuge des Kapazitätsausbaus gegenübergestanden, heißt es vom Unternehmen. Hensoldt betont: Das Unternehmen verfüge „weiterhin über eine gesunde Finanzierungsstruktur und finanziellen Spielraum für Investitionen“.

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Wie stellen sich die Zahlen in den einzelnen Unternehmensbereichen dar? Im Segment Sensors hat Hensoldt ein Umsatzplus von acht Prozent erzielt. Für den Auftragseingang seien vor allem Aufträge für Luftverteidigungsradare (Eurofighter-Programm, für Pegasus sowie für P8-Poseidon) entscheidend gewesen. Im Segment Optronics habe man den Auftragseingang signifikant steigern können. Als Treiber sieht Hensoldt vor allem Aufträge für die Plattformen Luchs 2 und Leopard 2.

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Wie schätzt der Geschäftsführer die Lage ein?

So blickt Hensoldt-CEO Oliver Dörre auf die Geschäftsentwicklung: „Die geopolitische Lage zwingt Europa zu einer nachhaltigen Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeit. Das sehen wir nicht nur in steigenden Budgets, sondern seit dem letzten Halbjahr auch in beschleunigten und konkreten Beschaffungsentscheidungen.“ Hier habe Deutschland eine Schlüsselrolle eingenommen, 2025 als ein wesentlicher Treiber der Auftragseingangsdynamik. Die Sensor-, Radar- und Optroniklösungen adressieren aus Sicht Dörres genau den Bedarf, der sich aktuell auf dem Gefechtsfeld zeigt.

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Auch CFO Christian Ladurner zeigt sich sehr zufrieden mit dem vergangenen Jahr: „Ein Auftragseingang auf Rekordniveau und ein deutlich gestiegener Auftragsbestand geben uns hohe Planungssicherheit. Gleichzeitig haben wir gezeigt, dass wir Wachstum profitabel steigern können.“ Mit gezielten Maßnahmen schaffe man die Grundlage, um den Auftragsbestand planmäßig in Umsatz zu überführen und den Wachstumspfad nachhaltig abzusichern.

So wie der Hensoldt-Neubau in Oberkochen wächst und wächst, steigen auch Umsatz und Gewinn des Unternehmens.

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Gutes Geschäftsjahr: Dividende soll steigen, Prognose wurde angehoben

Von der positiven Geschäftsentwicklung sollen nun auch Aktienbesitzer profitieren. Wie das Unternehmen mitteilt, beabsichtigt der Vorstand, dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung eine Dividendenausschüttung in Höhe von 0,55 Euro je Aktie vorzuschlagen. Das entspricht einer Steigerung um zehn Prozent (plus 0,05 Euro) gegenüber dem Vorjahr.

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Für das Geschäftsjahr 2026 hat Hensoldt seine Prognose teilweise präzisiert oder angehoben. So erwartet das Unternehmen nun einen Umsatz von etwa 2,7 Millionen Euro (bisher: Wachstum von zehn Prozent) sowie unverändert ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,5x bis 2,0x. Die Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge wurde auf 18,5 bis 19 Prozent angehoben. Der bereinigte Free Cashflow soll weiterhin etwa 40 Prozent des bereinigten EBITDA betragen, während das Ziel für den Nettoverschuldungsgrad auf etwa 1,5x spezifiziert wurde.

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