Ein Känguru hat in Aalen am vergangenen Samstag einen Polizeieinsatz ausgelöst. Es hüpfte über eine Kreuzung in der Innenstadt und wurde von einem Auto erfasst. Ein 21-Jähriger konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, als das Beuteltier plötzlich über eine Kreuzung sprang - und auf die Motorhaube des Unfallautos hüpfte. Skippy wurde dabei laut Polizei leicht verletzt. Mitarbeiter des Zirkus konnten den Ausreißer schließlich einfangen und zurück in sein Gehege bringen. Laut dem Zirkus Alessio, der derzeit im Aalener Greut gastiert, blutete das Tier aus der Nase. Von einem Tierarzt konnten laut einem Bericht der „Schwäbischen Post“ keine weiteren Verletzungen festgestellt werden.
Das Känguru mit dem Namen Skippy ist nach Angaben des Zirkusdirektors André Kaiser ausgebüxt, als es ein Mitarbeiter vom Gehege an der Leine in die Manege bringen wollte. Der Mitarbeiter sei auf Glatteis ausgerutscht und habe sich dabei verletzt. Skippy soll dann vor Schreck abgehauen sein. Das zwölfjährige Tier war rund 40 Minuten auf der Flucht und der Unfall mit dem Auto ereignete sich in einer 30er-Zone.
Känguru schon mehrfach abgehauen
Laut der „Schwäpo“ ist es nicht das erste Mal, dass das Känguru des Circus Alessio für Schlagzeilen sorgt: Im Juli 2021 nahm Skippy bei einem Gastspiel in Bad Dürrheim Reißaus – Auslöser war ein Border Collie, dessen Halter die Leinenpflicht missachtet hatte, und der ins Gehege eingedrungen sei. Nur wenige Monate später, im September 2021, nahe St. Georgen im Schwarzwald, entwich Skippy erneut, diesmal aus einem offengelassenen Tor. Erst mehrere Tage später ist es wieder eingefangen worden.
„Dass ein Känguru aus dem Circus Alessio entlaufen und im Straßenverkehr angefahren worden ist, zeigt einmal mehr, wie gefährlich und verantwortungslos die Haltung von Wildtieren im Zirkus ist“, kommentierte Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei der Tierschutzorganisation Peta den Vorfall in einer Pressemitteilung. Dieses Tier hatte Glück und wurde ‚nur’ leicht verletzt. Beim nächsten Mal könnte das anders enden. Wir fordern ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen. Sie gehören nicht in die Manege, sondern in ihren natürlichen Lebensraum.“
ZOB in Aalen ist Angstraum für Bürger
Trinkgelage, Pöbeleien, sexuelle Belästigungen: vor allem den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) und den Bahnhofsvorplatz empfinden viele Bürgerinnen und Bürger als Angsträume – hauptsächlich abends und nachts. Das ist ein Ergebnis der Sicherheitsbefragung Aalen 2025. 78 Prozent der Befragten empfinden „bedrohlich wirkende Personen“ am ZOB als großes oder ziemliches Problem.
Bürgermeister Bernd Schwarzendorfer betonte laut der „Schwäpo“ in der jüngsten Gemeinderatssitzung jedoch, dass Aalen objektiv eine sehr sichere Stadt sei. Der Gemeinderat hatte die Stadtverwaltung beauftragt zu prüfen, welche Maßnahmen rechtlich möglich sind, um das Sicherheitsgefühl der Aalener zu verbessern. Die Verwaltung hat nun ein Maßnahmenpaket geschnürt, allerdings vorerst ohne örtliches Alkoholverbot und ohne Videoüberwachung.
Verbot von Trinkgelagen ab drei Personen
Statt eines generellen Alkoholverbots setzt die Stadt auf ein Verbot von Trinkgelagen. Geplant ist, das gemeinsame Trinken ab drei Personen auf öffentlichen Plätzen, in Parks und auf Spielplätzen zu untersagen. Ziel ist es, Rauschtrinken und Belästigungen einzudämmen. Ergänzend setzt die Stadt auf bessere Beleuchtung am ZOB und Bahnhofsvorplatz, auf mehr sichtbare Präsenz des Kommunalen Ordnungsdienstes sowie auf mobile Jugendarbeit und ein Heimwegtelefon.
Die Stadt hält eine Videoüberwachung am ZOB zwar für sinnvoll, sieht dafür aber keine rechtliche Grundlage. Voraussetzung wäre ein ausgewiesener Kriminalitätsschwerpunkt, den die Polizei dort nicht erkennt. Schwere Straftaten seien selten, zudem unterscheide sich die Zahl der Delikte nicht wesentlich vom übrigen Stadtgebiet. Hinzu komme der erhebliche Eingriff in die Privatsphäre.
Mehr als 30 Feuerwehreinsätze
Ein Böllerverbot für Privatpersonen? Davon wollte Stefan Pistel, stellvertretender Kreisbrandmeister im Alb-Donau-Kreis, bis zum Silvesterabend nichts wissen. Die Nacht aber änderte seine Meinung grundlegend. „Die Leute sind unglaublich unvernünftig“, ärgerte er sich am Neujahrsmorgen im Gespräch mit der „Südwest Presse“. Im gesamten Landkreis seien die Feuerwehren im Dauereinsatz gewesen, weil vor allem Hecken und Container durch Feuerwerk in Brand geraten waren. Die Leitstelle in Ulm berichtet von mehr als 30 Feuerwehreinsätzen im Kreis.
Feuerwehr für Böllerverbot
Was er auf der Anfahrt und an den Einsatzorten erlebte, ließ Pistel am gesunden Menschenverstand zweifeln: Feuerwerksbatterien wurden mitten auf Hauptdurchfahrtsstraßen gezündet; die Feuerwehr musste deshalb ausweichen. Junge Erwachsene zündeten Raketen in der Hand und schossen sie auf Wohngebäude. Eine Ermahnung der Gruppe durch ihn sei mit Unverständnis quittiert worden, sagt der Feuerwehrkommandant. Sein Fazit nach einer durchwachten Nacht: Böllerverbot, ja bitte. „Ich unterschreibe heute noch die Petition der Gewerkschaft der Polizei.“ Sprengstoff und Alkohol seien einfach keine gute Kombination.
Die von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) initiierte Petition für ein bundesweites Böllerverbot haben rund 2,8 Millionen Menschen unterzeichnet. Wie das Kampagnenportal innn.it mitteilte, handelt es sich damit um die bislang größte Petition in Deutschland. Die Bundesregierung lehnt ein Verbot bislang ab.

