Nachrichtenüberblick

In Aalen sind falsche Spendensammler unterwegs und im Alb-Donau-Kreis hat 2025 mehr als 1000 Mal der Blitz eingeschlagen

Was hat sich in Heidenheims Nachbarschaft noch getan? Während vielerorts über Betriebsschließungen geklagt wird, verzeichnet der Ostalbkreis ein deutliches Plus bei den Betriebszahlen.

Die vergangenen Tage waren für Tina Kaiser, Chefin des Circus Alessio, der reinste Albtraum. Am Montagabend ging ein Anhänger des Zirkus-Fuhrparks im Winterquartier in Essingen bei Aalen in Flammen auf. Sachschaden laut Kaiser: „20.000 Euro, mindestens“. Zwei Waschmaschinen, zwei Trockner, eine eingebaute Nasszelle mit Dusche – alles verschmort und verglüht. Außerdem verbrannt sind ein großer Teil der Kostüme für die Vorstellungen. Als Brandursache wird laut der „Schwäpo“ ein technischer Defekt in einem Kabel vermutet.

Hausierer nutzen Notlage aus

Am Dienstag dann die nächste böse Überraschung. Kaiser: „Offensichtlich sind Betrüger unterwegs. Die klingeln an den Haustüren, erzählen vom Brand und bitten unter unserem Namen um Spenden. Dabei versprechen sie als Gegenleistung Freikarten für die Weihnachtsvorstellung.“ Aus Aalen und aus Bopfingen habe sie Anrufe erhalten, „von Leuten, die bereits gespendet haben und jetzt ihre Adresse durchgeben wollten, für die Freikarten“. Allerdings: „Keiner von uns geht von Tür zu Tür und sammelt Spenden.“ Ihre Empörung darüber, dass ihre Notlage ausgenutzt wird, kann sie kaum im Zaum halten. „Das ist unter aller Sau!“

74 neue Betriebe im Ostalbkreis

Das Handwerk auf der Ostalb erweist sich als stabiler Anker der Wirtschaft. Während vielerorts über Fachkräftemangel und Betriebsschließungen geklagt wird, verzeichnet der Ostalbkreis entgegen dem Trend ein deutliches Plus bei den Betriebszahlen. Das geht aus der aktuellen Jahresbilanz 2025 der Handwerkskammer Ulm hervor. Mit einem Zuwachs von 74 Betrieben auf insgesamt 4378 Mitgliedsunternehmen verzeichnet die Region ein Plus von zwei Prozent. Statistisch gesehen kommen auf der Ostalb damit 13 Handwerksbetriebe auf 1000 Einwohner.

Trotz der erfreulichen Gesamtzahl zeigt ein Blick in die Details eine zweigeteilte Entwicklung. Der Zuwachs wird primär durch das zulassungsfreie Handwerk getrieben – also Berufe, in denen keine Meisterpflicht besteht. Besonders stark legten hier die Gebäudereiniger, Kosmetiker und Fotografen zu. Sorgen bereitet der Handwerkskammer hingegen die Entwicklung bei den meisterpflichtigen Gewerken. Während Kfz-Techniker und Elektrotechniker noch leichte Zuwächse verzeichnen, gibt es bei den Fliesenlegern und Raumausstattern Rückgänge.

1081 Blitzeinschläge im Alb-Donau-Kreis

Er gehört zu den Landkreisen mit den meisten registrierten Blitzeinschlägen: Im Alb-Donau-Kreis wurden im Jahr 2025 insgesamt 1081 Wolke-Boden-Blitze dokumentiert. Das berichtet die „Südwest Presse“. Damit ist der Alb-Donau-Kreis der Landkreis mit den zweitmeisten Blitzeinschlägen in ganz Deutschland. Sowohl Ehingen als auch Langenau zählen zu den am stärksten vom Blitzschlag betroffenen Gemeinden. Im Gebiet der Stadt Ehingen seien im vergangenen Jahr 155 Blitzeinschläge registriert worden. In Langenau kam die Auswertung auf insgesamt 135. Baden-Württemberg ist nach Bayern das Bundesland mit den meisten Blitzschlägen. 12.843 Wolken-Boden-Blitze wurden für 2025 im Land registriert.

Kritik an Gastronomen im Kreis Günzburg

Hotels, Restaurants und Gaststätten müssen seit Jahresbeginn nur noch sieben statt 19 Prozent Mehrwertsteuer bezahlen. Auch die rund 210 Gastro-Betriebe im Landkreis Günzburg profitieren davon, viele Beschäftigte gehen aber leer aus, kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG): „Von jedem 10-Euro-Schein, den der Gast im Restaurant lässt, bleiben dadurch rund 95 Cent zusätzlich für den Gastronomen übrig. Das Geld landet zwar in der Kasse – aber nicht im Portemonnaie der Beschäftigten“, sagt Laura Schimmel von der NGG der „Günzburger Zeitung“. Auch der Gast merke von dem Steuergeschenk, das die Bundesregierung den Gastronomen gemacht habe, so gut wie nichts. „Da hat die Bundesregierung die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn die allermeisten Gastronomen im Kreis Günzburg stecken das Geld, das durch das Schnitzel-Steuergeschenk für sie übrigbleibt, in die eigene Tasche.“

Gleichzeitig würden viele Gastronomen ihren Beschäftigten in der Küche und im Service nur den gesetzlichen Mindestlohn zahlen. „Und noch dreister wird es, wenn sich Gastwirte oder Restaurantbesitzer auch noch darüber beklagen, dass sie einen Euro und acht Cent beim Stundenlohn draufzahlen müssen, weil der gesetzliche Mindestlohn zum Jahresbeginn auf 13,90 Euro pro Stunde gestiegen ist. Das ist jedoch das absolute Minimum“, sagt Laura Schimmel.

Die Geschäftsführerin der NGG Schwaben warnt vor „unschöner Gastronomen-Gier“: „Wer seine Beschäftigten in der Küche oder im Service mit dem Mindestlohn abspeist, bezahlt keinen anständigen Lohn. Entscheidend und wirklich fair ist nur der Tariflohn“, so Schimmel. Der liege für eine gelernte und erfahrene Fachkraft in Bayerns Gastronomie bei immerhin 19,62 Euro pro Stunde. Insgesamt arbeiten im Kreis Günzburg rund 2000 Beschäftigte in der Gastro-Branche – von der Küche über den Service bis zur Hotelrezeption.